Montag, 24. Oktober 2016

[Montagsrezension] Die letzten vier Tage des Paddy Buckley von Jeremy Massey

Die Buchmesse liegt bereits hinter mir. Der Messeblues schleicht sich langsam ein, aber der Alltag möchte dennoch gelebt werden. Somit war die vergangene Messe kein Grund für mich auf meine Montagsrezension zu verzichten. Obwohl ich gestehen muss, dass es mir jetzt nach der Messe wirklich schwer fällt mich lediglich auf ein Buch zu konzentrieren. Allerdings hat Die letzten vier Tage des Paddy Buckley von Jeremy Massey meine volle Aufmerksamkeit verdient, denn es ist ein Buch voller schwarzem Humor mit einem guten Schuss Trockenheit.

Originaltitel:The Last Four Days of Paddy Buckley
Deutscher Titel: Die letzten vier Tage des Paddy Buckley
Autor: Jeremy Massey
Übersetzer: Herbert Fell
Genre: Krimikomödie
Klappenbroschur: 272 Seiten
ISBN: 978-3-570-58555-9
Listenpreis: 14,99 €
Verlag:

INHALT
Paddys Alltag ist geprägt vom Tod, denn als Bestatter ist er ständig von diesem umgeben. Als er dann jedoch unmittelbar Schuld am Tod einer Kundin ist, beginnt seine Mauer zu brökeln. Nachdem die attraktive Witwe seine spezielle Form der Zuwendung nicht überlebt, begiebt er sich geistesabwesend nach Eintreffen der Rettungssanitäter auf den Heimweg. Als wäre der eine Tod nicht bereits genug, läuft ihm ein Mann vor das Auto, welcher auf der Stelle tot ist. Es stellt sich heraus, dass es sich um den Bruder des gefährlichsten Gangsters Dublins ist. Seine einzige Option scheint Fahrerflucht. Die nächsten Tage sind geprägt von Paranoia und Vertuschung, denn ausgerechnet Paddy ist zuständig für die Beerdigung seines Opfers.

MEINUNG
An manchen Tagen geht einfach alles schief. Sicherlich hat jeder mal mit einer solchen Situation zu kämpfen gehabt. Paddys Woche treibt Murphys Gesetz auf die Spitze, denn diese läuft einfach völlig aus dem Ruder. Seinen Pannen haben mich als Leser grandios unterhalten. Mitleid hielt sich eher in Grenzen, dafür wurde viel gelacht oder zumindest geschmunzelt. Selbst die schrecklichsten Dinge - Mord ist ja doch irgendwie kein Spaß - wurden mit Humor gepaart. Das Leben ist ein böser Scherz und Massey hat genau dieses Phänomen wunderbar auf den Punkt gebracht. Man muss sich selbst und das Leben nicht immer zu ernst nehmen. Lasst und das beste aus der Situation machen.

Paddy ist ein unglaublich wunderbarer Protagonist, der es schafft selbst den gerissensten Gangster zu linken. Es ist sicherlich kein schlechter Mensch, aber würdet ihr euren Tod in Kauf nehmen, nur weil ihr versehentlich den Bruder eines Gangsterbosses überfahren habt? Fahrerflucht ist in solch einer Situation wohl keine schlechte Idee gewesen. Es konnte aber nach dieser Aktion gar nicht anders kommen - Paddy muss die Beerdigung seines Mordopfers austragen. Paranoid würde ich in diesem Moment auch werden, selbst wenn es scheint als würde kein Verdacht geschöpft worden sein. Paddy meistert die Situation. Lediglich sein unabhängiger Kanal 24 passte für mich nicht ins Buch. Irgendwie war mir das ganze zu spirituell, obwohl das restliche Buch eigentlich realistisch und am Boden geblieben geschrieben wurde. Was sollte also die Möglichkeit seinen Körper zu verlassen und die Situation aus der Ferne beobachten zu können. WTF?

Auch wenn Paddy von einer unangenehmen Situation in die nächste gerät, ist seine letzte Woche nicht nur von Pannen geprägt. Er lernt wundervolle Menschen kennen, aber auch langjährige Freunde beweisen ihre Freundschaft. Mir waren alle Charaktere durchaus sympathisch und selbst die Gangster konnten überzeugen. Der Schreibstil ist klar, realistisch und wundervoll - gerade der Humor ist genau mein Geschmack gewesen. Allerdings bin ich nicht so der Fan von Ich-Erzähler. In Jugendbüchern ist Gang und Gebe, aber in sonstigen Romanen verzichte ich doch lieber darauf. Der Geschichte hat es dennoch nicht geschadet, aber es ist einfach eine persönliche Vorliebe. Einzelne Kapitel waren plötzlich nicht mehr aus Paddys Sicht, sondern Nebencharaktere rückten in den Fokus. Für mich ein Kniff des Autors, der ebenfalls unnötig erschien. Natürlich wollte er diese bestimmten Charaktere greifbarer machen und persönliche Eigenschaften zu Tage führen, die Paddy nicht sehen konnte, aber es ging nun einmal um Paddy. Warum also diese wenigen Kapitel überhaupt einbauen?


Wie habe ich das Buch erhalten? Dem Bloggerportal sei Dank.
Warum habe ich das Buch gelesen? Schwarzer Humor. Muss ich mehr sagen? Das Cover hat mich ebenfalls direkt gelockt.


FAZIT
Paddy rutscht von einer unangenehmen Situation in die nächste. Ständig fragte ich mich, wie er da wieder herauskommen möchte? Aufgelöst wird auf eine charmante Weise mit viel Humor. Für mich unglaublich stimmig. Die Geschichte passte wunderbar zum Cover, da diese ebenfalls schlicht scheint, aber dennoch nicht klanglos ist. Es steckt eben mehr dahinter, als es auf den ersten Blick scheint.

Kommentare:

  1. Liebe Patty,
    eine wunderbare Rezension zu einem Buch, dass mich schon länger interessiert. Ich hatte damals eine Email zu dem Buch erhalten und fand die Idee unglaublich witzig. Als wir das Buch in den Laden bekommen haben, habe ich auch sofort reingelesen. ^^ Ach man. Zu viele Bücher zu wenig Zeit.

    Danke für deine Einschätzung. :)

    Liebst, Lotta

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    1. Hi Lotta,

      mit knapp unter 300 Seiten ist das Taschenbuch echt schnell gelesen. Wenn du trockenen Humor magst, dann solltest du auf jeden Fall ein wenig Zeit schaffen. Mir hat es super gefallen und die Idee ist echt klasse. :D

      Liebe Grüße
      Patty

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