Montag, 4. April 2016

[Montagsrezension] Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance von Estelle Laure

Nach der Messe erwartete mich ein ganz wundervolles Paket von LovelyBooks. Für die Leserunde zu Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance von Estelle Laure habe ich direkt zwei Exemplare erhalten - eines für mich und eines für eine besondere Person in meinem Leben. Das zweite Exemplar war sogar bereits verpackt, um so dem Empfänger eine noch größere Freude zu bereiten. Ich finde diese Aktion einfach grandios und bin sehr froh, dass ich bei der Leserunde dabei sein kann. Das Cover hatte mich nämlich sofort in seinen Bann gezogen, ob dies auch mit der Geschichte geklappt hat, erfahrt ihr in meiner Rezension.


INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: The Raging Light
Deutscher Titel: Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
Autor: Estelle Laure
Übersetzung: Sophie Zeitz
Genre: YA - Realistische Fiktion / Romantik
Hardcover: 256 Seiten
ISBN: 978-3-7373-5326-7
Listenpreis: 14,99€
Verlag:
http://www.fischerverlage.de/verlage/fischer_kjb

INHALT
Die 17-Jährige Lucille ist gezwungen schnell erwachsen zu werden, nachdem ihre Eltern sie und ihre Schwester verlassen haben. Zuerst hat der Vater die Familie nach einem Nervenzusammenbruch im Stich gelassen und anschließend brauchte die Mutter durch den entstandenen Druck eine Auszeit. Jetzt liegt es an Lucille sich um ihre kleine Schwester Wren zu kümmern. Sie muss Geld verdienen, um die anfallenden Rechnungen zahlen zu können und gleichzeitig darf sie die Schule nicht vernachlässigen, damit das Jugendamt keinen Verdacht schöpft. Für große Gefühle bleibt da keine Zeit, doch plötzlich klopft die Liebe an die Tür. 

MEINUNG
Die Handlung konnte mich wirklich überzeugen. Ich mochte die Idee, dass zwei Kinder durch die Selbstsucht der Eltern auf sich alleine gestellt sind. Das die große Schwester alles ihr Mögliche in Angriff nimmt, um nicht von ihrer kleinen Schwester getrennt zu werden. Lucille hat wirklich alles versucht und man merkt, dass sie Wren liebt. Die Beziehung der beiden ist einfach wundervoll und ich finde es gut, dass hier nichts geschönt wurde. Wren wird immer verschlossener und wirkt teilweise etwas verwahrlost. Man merkt die wachsende Verzweiflung bei Lucille und die langsam schwindende Hoffnung, dass ihre Mutter jemals wiederkommt. Die beiden teilen ein schweres Schicksal und das bringt diese Geschichte auch rüber.

"Nur weil man den Riss nicht sieht, heißt es nicht, dass er nicht da ist." ~ S. 98

Jetzt kommt für mich das große Aber. Irgendwie konnte mich die restliche Handlung nicht mitnehmen. Ich wollte und sollte emotional mitgenommen sein, aber keine Träne. Nichts. Die anfängliche Schwärmerei Lucilles für den Zwillingsbruder ihrer besten Freundin Eden war wirklich süß und glaubhaft. Dann aber wurde es ein wenig mehr und Digby und Lucille haben mich ein wenig genervt. Es hatte für mich nichts mehr mit dem typischen Teenagerdrama zu tun, sondern war einfach nur unfair den anderen gegenüber. Da kam dann plötzlich die Naivität durch, die ich einfach nicht wollte. Wäre diese Beziehung nicht gewesen, hätte mich vielleicht Edens Schicksal mehr mitgenommen, weil ich mich nicht so über die beiden Turteltauben hätte aufgeregt. Wer weiß'. So aber hat das Buch für mich meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich wollte weinen, ich wollte mit den Charakteren mitfühlen.

"Wie kommt es, dass Digby gestern nur Edens zugegebenermaßen süßer Bruder war und mir heute den Atem raubt, mich erzittern lässt und mein Innerstes nach außen krempelt? Sind es die Hormone? Ein Fehler in der Matrix? Das Produkt aus innerer Verzweiflung und meinem unterentwickelten Ich?" ~ S. 18 

Lichtblick war für mich tatsächlich die selbstlose Mithilfe mancher Nebencharaktere. Eden hilft ihrer besten Freundin und vernachlässigt ihr eigenes Leben dafür. In so Ausnahmesituationen weiß' man dann, was man an seinen Freunden hat. Die Mädchen haben außerdem einen heimlichen Samariter. Dieser hilft den Mädchen und möchte nichts dafür im Gegenzug, denn er handelt im Verborgenen. Am Anfang ist die Hilfe ein wenig gruselig, aber irgendwann freut man sich über die Taten und freut sich für die Mädchen. Hier könnte ich mir solch ein Verhalten nicht vorstellen, aber es passt einfach in eine amerikanische Kleinstadt. Einfach schön.

"Ich schlage die Hände vors Gesicht. Zähle bis drei. Nehme die Hände weg. Nein, es ist alles noch da, die gleiche Welt, das gleiche Leben."  ~ S. 79

Der Leser wird am Ende leider sehr im Dunkeln gelassen. Einige der Handlungsstränge werden nicht aufgelöst und bleiben für die Fantasie des Lesers offen. Es war kein richtiger Cliffhanger, denn es fehlte einfach zu viel. Die Autorin hat dies zwar beabsichtigt, aber für mich war das einfach nichts. Allgemein war das Buch sehr kurz gehalten und hätte ruhig an einigen Stellen noch etwas mehr Story vertragen. Die etwa 250 Seiten waren super schnell durch und ich wusste bereits bei der Hälfte, dass am Ende zu viel fehlen würde. Teilweise waren sehr kurze Kapitel dazwischen, die durch leere Seiten das Buch dicker wirken lassen, als es dann tatsächlich ist. Vom Aufbau mag ich es auch nicht, wenn neue Kapitel nur auf der rechten Seite beginnen. So sind leere Seiten zum Platz erhaschen einfach vorprogrammiert und haben für mich nichts mit einem schönen Format zu tun.

FAZIT 
Eine tolle Geschichte, die von der Handlung her eine tolle Prämisse hatte. Leider konnte mich die Umsetzung nicht packen, da die emotionale Tiefe für mich fehlte. Es war dennoch ganz okay und ich kann es trotzdem als schnelles Buch für zwischendurch empfehlen. Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.

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