Montag, 18. April 2016

[Montagsrezension] Das Objekt von John Sandford und Ctein

 
Heute nehme ich euch mit auf eine ganz besondere Reise. Gemeinsam mit John Sandford und Ctein geht es in einem Wettrennen durchs Sonnensystem. Zwar dauert die Reise zum Saturn keine sieben Jahre, aber dennoch werden wir eine Weile unterwegs sein. Habt ihr Lust mich in die Schwerelosigkeit zu begleiten? Dann dürft ihr euch jetzt über meine Rezension zu Das Objekt von den beiden oben genannten Autoren freuen.





INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: Saturn Run
Deutscher Titel: Das Objekt
Autoren: John Sandford und Ctein
Übersetzung: Ingrid Hermann-Nytko
Genre: Science Fiction / Thriller
Taschenbuch: 576 Seiten
ISBN: 978-3-492-70397-0 
Preis: 16,99 €
Verlag:
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INHALT
50 Jahre in der Zukunft. Sandy Darlington kommt aus reichem Hause und ist bei Caltech verpönt als Schnösel, welcher seinen Job nur dem Geld seines Vater zu verdanken hat. Ausgerechnet er entdeckt bei Routinekontrollen ein unbekanntes Objekt im All. An den Ringen des Saturns scheint ein außerirdisches Raumschiff angelegt zu haben. Nach deren Abreise möchten die Amerikaner gerne herausfinden, ob sie etwas zurückgelassen haben. Jedoch bleibt die Entdeckung nicht lange geheim und noch während der Vorbereitungen der langen Reise erfahren weitere große Nationen davon und erhoffen sich fortschrittliche Technologien. Ein Wettrennen zum Saturn beginnt.

MEINUNG

Ins Auge gefasst hatte ich Das Objekt in der Programmvorschau des Piper Verlages kurz nachdem ich Der Marsianer beendet habe und davon begeistert war (Hier geht es zur Rezension). Doch als das Buch im März bei mir ankam, hatte ich Probleme mich in die Geschichte einzufinden. Nach 5 Seiten war die Lust bereits vergangen und es wurde leider zunächst nicht besser, sodass ich nach wenigen Seiten das Buch immer wieder zur Seite legen musst. Die Charaktere waren mir zu vielzählig und teilweise zu klischeebehaftet. Beispielsweise ist Sandy Darlington der hübsche Surfer-Boy, den alle für einen Taugenichts halten. Hinter der Fassade scheint allerdings mehr zu stecken, als der erste Eindruck vermuten lässt. Außerdem hätten wir den kiffenden Anthropologen John Clover und die zielstrebige Ingenieurin Rebecca Johnson, sowie die selbstherrliche Präsidentin Santeros, den taffen Sicherheitsmann Crow und die sexy Journalistin Schieß-mich-tot. Außerdem gibt es eine Vielzahl unwichtiger Nebencharaktere, welche in meinem Kopf alle rote Uniformen trugen. Manche der "Red Shirts" sterben, manche leben. Ich habe mich einfach schwer getan über die platten Charaktere hinweg zu kommen und musste mich regelrecht zwingen weiterzulesen. Der langweilige und generische Titel hat leider nicht viel geholfen - der englische Titel trifft da eher meinen Geschmack.

Vermutlich hätte ich das Buch abgebrochen, wenn es nicht mein erstes Rezensionsexemplar wäre, welches ich beim Verlag angefragt habe. Im Nachhinein bin ich unglaublich froh, dass ich dem Buch noch eine Chance gegeben habe. Nach dem der detailliert beschriebene Schiffsbau abgeschlossen ist war ich bereits interessierter und irgendwann hatte mich die Geschichte dann gepackt. Ich war regelrecht gefesselt von den Vorkommnissen und die Charaktere entwickelten sich glücklicherweise weiter. Aus den Klischees wurden (zumindest teilweise) eigenständige Charaktere, welche vor diverse Aufgaben gestellt wurden. Um nicht zu spoilern, kann ich nur erwähnen, dass mich gerade die Mischung aus Thriller und Science Fiction überzeugen konnten. Ich lese zwar nicht allzu oft Science Fiction, aber ich hätte nicht sagen können, dass die beiden Autoren mit Das Objekt ihr Science Fiction-Debüt hatten. Sandford ist für seine Thriller bekannt und hat bereits diverse Bestseller in diesem Feld gelandet. Somit war es keine Überraschung, dass mich gerade die Thriller und Action-Szenen gepackt haben. Einfach grandios und das Buch hat einige Wendungen parat, die ich so wirklich nicht vorhergesehen habe. Selbst am Ende schaffen die beiden Autoren es mich noch zu überraschen.

Man muss sich vor dem Lesen bewusst sein, dass das Buch keine möglichst futuristische Zukunft beschreibt. Hier wurde mehr Wert auf Realität und Umsetzbarkeit gesetzt. Die technischen Beschreibungen waren mir teilweise etwas zu detailliert und zu unspannend gestaltet. Im Klappentext wird das Buch für Fans von Der Marsianer angepriesen. Ganz so überzeugend war es definitiv nicht, weil anders als jetzt konnten mich damals sogar die technischen Details fesseln. Dennoch konnte mich die realistische Zukunftsvision vom Erstkontakt gut unterhalten und im Nachhinein habe ich es gerne gelesen. Für mich passt es auch einfach besser, dass in 50 Jahren nicht in Sekundenschnelle Raumschiffe gebaut werden können oder man sich direkt auf den Saturn beamen kann.

FAZIT

Eine interessante und realistische Zukunftsvision vom Erstkontakt im All. Die Mischung aus Thriller und Science Fiction hat mir ganz gut gefallen. Punktabzüge gibt es für die teilweise zu detaillierten und langatmigen Technikbeschreibungen, sowie die anfänglichen Startschwierigkeiten. Dennoch kann ich das Buch mit 3 von 5 Punkten jedem Fan von realistischer Science Fiction empfehlen.


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