Montag, 21. März 2016

[Montagsrezension] Der Ruf des Henkers von Björn Springorum + Meet & Greet

Auf Buchmessen liegen Stress und Glücksmomente dicht beieinander, aber genau das macht für mich den Charme aus. Wenn ich nicht durch die überfüllten Hallen von einem Termin zum nächsten sprinten müsste, würde irgendetwas fehlen. Durch das grandiose Messewochenende bin ich jedoch nicht dazugekommen meine Rezension vorzubereiten und hole dies nun schnellstmöglich nach. Ich möchte euch Der Ruf des Henkers von Björn Springorum vorstellen und gleichzeitig ein paar meiner Eindrücke von einem grandiosen Meet & Greet auf der Buchmesse verraten.



INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: Der Ruf des Henkers
Autor: Björn Springorum
Genre: YA - Historischer Fantasy
Hardcover: 352 Seiten
ISBN: 978-3-522-20216-9
Listenpreis: 14,99 €
Kaufen: buchhandel.de
Verlag:
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INHALT
Der gefürchtetste Henker Englands zieht im 19. Jahrhundert von Dorf zu Dorf, um dort Kleinkriminelle und Schwerverbrecher am Galgen hinzurichten. Jeder fürchtet sein Auftauchen und erzittert bei der bloßen Erwähnung seines Namens - die grausigen Geschichten und Legenden über William Calcraft sind sein ständiger Begleiter. Bis er eines Tages ein Mädchen verschont und im Austausch dessen den liebeskranken Richard Winters als seinen Lehrling bei sich aufnimmt. Von nun an ziehen sie gemeinsam durch das viktorianische England bis ihre Geschichte in London ihren Höhepunkt erlebt, denn bösartige Fabelwesen versammeln sich, um die Menschheit zu vernichten.

MEINUNG
Der Coverkäufer in mir hat wieder zugeschlagen. Die düsteren Wolken über England bilden mit dem Henker und seinem Werkzeug einen Totenkopf, der auf der Stirn in geprägter Lackschrift den Titel trägt. Auch wenn William Calcraft nur mit seinem Strick arbeitet, konnte mich das Cover völlig überzeugen, weil die Illustration einfach so wundervoll gestaltet ist. Auf der Rückseite entdeckt man dann den erwarteten Strick und den Henkerslehrling Richard. Beim Lesen taucht immer wieder der Torbogen des Covers auf, denn jedes Kapitel ist zu Beginn eingerahmt. Äußerlich konnte mich Der Ruf des Henkers also sofort überzeugen, aber dem Inhalt trägt man ja doch immer eine größere Bedeutung zu.
Glücklicherweise hat mich auch dieser sofort gepackt. Der Schreibstil ist für ein Jugendbuch typisch einfach gehalten, aber das hat für die Spannung keinerlei Auswirkungen. Ich war von Anfang an gefesselt und wusste sofort, dass mehr hinter der Rolle des Henkers stecken musste - aber was? Durch die gewählte Ich-Perspektive der beiden Protagonisten Richard Winters und William Calcraft konnte ich mich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen; fühlte mich mit den Charakteren verbunden. William Calcraft ist der typische Einzelgänger, welcher durch seine Arbeit gefürchtet und gemieden wird. Doch er hat eine Mission und diese erlaubt es ihm nicht unaufmerksam zu sein. Als Richard Winters als sein Lehrling in sein Leben tritt, muss Calcraft lernen über seinen Schatten zu springen und jemanden in sein Geheimnis einweihen. Richard beweist allmählich, dass er der Aufgabe gewachsen ist, aber schon bald muss er sich entscheiden, ob er seine neue Aufgabe erfüllt oder der Liebe nachgibt. Die beiden Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein, aber harmonieren großartig zusammen. Sie ergänzen sich prima und im Laufe der Geschichte haben sie einen positiven Einfluss aufeinander, so dass sie sich stetig weiterentwickeln.

"Furcht ist gut, jedoch darf sie dich nicht kontrollieren. Setze sie als Waffe ein, lasse dir deine Sinne von ihr schärfen. Dann wird sie dir dabei helfen, am Leben zu bleiben. Wenn du der Furcht auch nur einen einziges Mal die Oberhand überlässt, wird sie dich zerfleischen." ~ S. 70

Weitere Charaktere bieten Abwechslung und sorgen für die ein oder andere überraschende Wendung. Aber mich konnte vor allem der bildhafte Schreibstil überzeugen, welcher mich regelrecht nach Whitechapel versetzt hat. Ich bin gemeinsam mit Richard und Calcraft durch die stinkenden Gassen gewandelt und habe die bedrückende Stimmung im Newgate-Gefängnis gespürt. Die Mischung aus historischen Fakten und magischen Fabelwesen machen Der Ruf des Henkers zu etwas Besonderem. Es wird nichts geschönt und London in all seiner Scheußlichkeit des 19. Jahrhunderts dargestellt - dreckig, stinkend und gefährlich. Dennoch hatte die Stadt auch damals schon einen gewissen Charme und besonders die Nebencharaktere Benjamin und Rose bringen Herzlichkeit in die Geschichte.

FAZIT
Eine unheimliche Geschichte voller dunkler Magie und Grausamkeit - Albträume inklusive, die nicht einmal vorm Autor selbst halt machen. Von mir gibt es 4 von 5 Punkten mit starker Tendenz zur vollen Punktzahl. Besonders der reale historische Hintergrund macht die Geschichte unglaublich bedrückend; die Fiktion hingegen macht sie zu etwas Besonderem.Wer Lust auf ein spannendes Abenteuer hat, ist hier genau richtig.

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MEET & GREET 
Dank der wundervollen Vanessa von Meine Fantasybücherwelt hatte ich am Messefreitag die Möglichkeit Björn Springorum persönlich zu treffen. Den anstrengenden Messetag konnte ich mit 5 anderen Bloggern am Stand von Thienemann-Esslinger bei Bionade und netter Gesellschaft ausklingen lassen. Björn Springorum hat uns zunächst ein wenig aus seinem Buch vorgelesen, anschließend Fragen beantwortet und aus dem Nähkästchen geplaudert - obwohl ich gerade bezweifle, dass er in seiner Freizeit näht, aber auf die Idee gekommen zu fragen bin ich natürlich nicht. ;) Dafür habe ich von seiner Angst vor Spinnen erfahren, seiner Affinität zum Taxi fahren und allerhand Hintergrundinfos zu seinem wundervollen Buch. Ich bin ganz schlecht darin Dinge für mich zu behalten und plaudere natürlich direkt alles aus - sorry Björn.
Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag
In jedem seiner Bücher hat ein Charakter Angst vor Spinnen, um so seine eigene Angst zu verarbeiten. In der Ruf des Henkers hat Richard diese Angewohnheit erben müssen und ich kriege Ron Weasly nicht aus meinem Kopf - "Spinnen! Warum müssen es ausgerechnet Spinnen sein? Können wir nicht den Schmetterlingen folgen?" Glücklicherweise hat Björn Springorum tapfere Katzen, die ihn immer wieder vor diesen grausamen und bösartigen kleinen Tierchen retten. Wenn er Taxi fährt, muss er mal nicht an Spinnen denken. Hier erkauft er sich ein Stück Einsamkeit, um auch mal abzuschalten.
Heike von Lesezauber und Björn Springorum beim Bloggertreffen
Zum Schluss muss ich noch ganz dringend los werden, dass Björn Springorum eine unglaublich angenehme Vorlesestimme hat. Wer schreiben kann, kann ja nicht immer zwangsläufig auch vorlesen. Mir hat die kurze Passage auf jeden Fall sehr gut gefallen. Die Atmosphäre war düster, spannend und hat viele Messebesucher zum Lauschen verleitet. Die persönliche Lesung und die tollen Hintergrundinfos, welche ich in meine Meinung mit eingebaut habe, haben den Messefreitag zu etwas ganz Besonderem gemacht. Leider war die Stunde viel zu schnell vorbei und die Messe wollte schon schließen, so dass keine Zeit mehr für Bilder blieb, aber auch ohne Bilder werde ich das Meet & Greet nicht so schnell vergessen.

Kommentare:

  1. Hey,
    zu dem Treffen wollte ich auch, habe es aber leider nicht geschafft :(
    aber freut mich dich auf der Messe kennen gelernt zu haben :)
    Bin auch gleich als Leserin geblieben :)
    Liebe Grüße Lena
    von http://www.lenasweltderbuecher.de/

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    1. Herzlich Willkommen und vielen Dank für deinen Besuch. :D Es hat mich ebenfalls gefreut und ich stöbere auf jeden Fall noch bei dir. :)

      Das Treffen mit Björn Springorum war wirklich sehr schön und ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe. Am Freitagabend waren ja echt viele Veranstaltungen parallel und da ist die Entscheidung natürlich nicht so leicht gefallen, weil einfach alle Termine schön klangen.

      Liebe Grüße
      Patty

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