Freitag, 25. September 2015

[Unterwegs] Lesung mit Ursula Poznanski

Eine Woche ist es nun her, dass die wundervolle Lea von Liberiarium mich zur Lesung von Ursula Poznanski mitgenommen hat. Ich bin ihr so unendlich dankbar, dass sie an mich gedacht hat. Warum? Ohne sie hätte ich niemals festgestellt wie unglaublich sympathisch und begabt die Autorin ist. Zwar bin ich in letzter Zeit häufiger über ihr neuestes Werk "Layers" gestoßen, aber bisher sind mir einfach immer andere Bücher dazwischen gekommen und der Jugendthriller stand bisher immer hinten an. Doch das sollte sich nach der Lesung ganz schnell ändern und ich bin direkt in die Buchhandlung geflitzt, denn vor Ort waren die Exemplare direkt vergriffen.

Gemeinsam mit Lea machte ich mich auf dem Weg nach Köln ins Literaturhaus. Dort sollten wir im noch leeren Saal die Ruhe vor dem Sturm genießen und konnten den Raum noch ein wenig auf uns wirken lassen. Das Literaturhaus Köln ist wirklich ein wundervoller Ort. Das beginnt bereits bei der barocken Wendeltreppe im Eingangsbereich und endet nicht bei den dunklen Holzbalken im Lesungssaal oder den angrenzenden Hängestuben. Die Atmosphäre war einfach unglaublich beruhigend und schön. Der lange Schnitt des Raumes war für eine Lesung ebenfalls optimal.
Als die Moderatorin Tanya Lieske und die Autorin Ursula Poznanski auf ihre kleine Bühne treten, ist das Literaturhaus bis fast auf den letzten Platz besetzt. Somit konnte mit dem Trailer zu "Layers" und einem kleinen Interview die anschließende Lesung eingeleitet werden. Ursula Poznanski hat auf die Fragen menschlich und überraschend offen geantwortet. So verschwieg sie nicht, dass sie viele Studienfächer begonnen hat, aber keines beendet. Für mich ein unglaublicher Sympathiepunkt. Ebenso wie der Fakt, dass die Fertigstellung ihres ersten Romans fünf Jahre benötigt hat, um dann festzustellen, dass der Verlag keine Interesse an ihrem Fantasy-Werk hat. Dennoch wollte der Verlag sie als Autorin, aber eben nicht mit diesem Roman. Nachdem die erste depressive Phase hinter ihr lag, arbeitete sie eine neue Idee aus und "Erebos" wurde erschaffen. Ihr war es wichtig Jugendromane zu schreiben und durch "Erebos" ist sie nun irgendwie bei Thrillern gelandet. Besonders J.K. Rowling ist sie dankbar, dann endlich waren in Jugendromanen auch dunklere Elemente erlaubt und kein No-Go mehr.
Diese Elemente sollten wir auch in der Lesung zu "Layers" nicht verpassen. Überwachung, Kontrollverlust, Manipulation. Ursula Poznanski hat eine angenehme Stimme und zieht die Leser mit dieser sofort in den Bann. Sie liest sehr flüssig und an den passenden Stellen wechselt sie die Kapitel und Szenen. Das Ende war perfekt gewählt, denn ich wollte sofort wissen wie es weitergeht. Gerade als ich mitten im Geschehen war, wurde der Cut gemacht. Ihre Wahl zeigte ihre Faszination für die Manipulation, weil im Interview gestand sie ihre Liebe zur dramaturgischen Manipulation. Denn welcher Autor möchte den Leser nicht manipulieren und seine Gedanken in eine bestimmte Richtung leiten? Der Ausgang soll den Leser überraschen und eben nicht von Anfang an bewusst sein.
Übrigens: In der zweiten Fragerunde verriet sie, dass ihre schlimmste Thrillererfahrung in ihrem Leben die Kombination schräges Dachfenster und Starkregen war - so musste sich leider einer ihrer PCs vorzeitig in den Ruhestand verabschieden und hat direkt einen nicht gebackupte Teil eines ihrer Werk mitgenommen. Ich stelle mir gerade vor wie die zwei gemeinsam am Strand liegen und einen Cocktail nach dem anderen genießen.  Statt Hausarbeiten fertigzustellen wäre mir das gerade auch viel lieber. ;)
Zum Schluss wurden die Zuschauer eingeladen ebenfalls fragen zu stellen. Viele nutzten die Möglichkeit und fragten drauf los. Aber viel mehr noch nutzten anschließend die Chance und ließen sich Bücher signieren. Manche hatten gefühlt ihr gesamtes Bücherregal mitgebracht. Für mich als Poznanski-Neuling gab es Autogrammkarten und ich habe die Chance genutzt ein gemeinsames Foto zu bekommen. Bei der nächsten Lesung von Ursula Poznanski werde ich wohl auch einen Koffer voll Bücher mitschleppen, denn dieser Abend hat mich auf jeden Fall zum Poznanski-Fan gemacht. Ihre angenehme und ruhige Lesestimme, sowie ihr sympathisches Auftreten und offenes Lachen kann man einfach nur mögen. Bei der Frankfurter Buchmesse werde ich auf jeden Fall bei einem ihrer Termine vorbeischauen und hoffen, dass das Chaos hier nicht überhand nimmt und ich die Chance bekomme dort ihren Worten erneut zu lauschen. Dann werde ich bereits das ein oder andere Werk von ihr gelesen haben, so dass durch die Moderation gar nicht gespoilert werden kann. Denn Frau Lieske wollte Frau Poznanski unbedingt entlocken welcher Charakter zu den Guten gehört und welcher eben nicht. Glücklicherweise hat Ursula Poznanski hier vehement abgeblockt und so werde ich diese Details erst beim Lesen erfahren.

Vielen Dank an Frau Poznanski, das Junge Literaturhaus Köln und ganz besonders an Lea für diesen wundervollen Abend.

Kommentare:

  1. Ein sehr schöner Bericht! Ich bin immer noch ganz aufgeregt, wenn ich die Zeilen lese :D

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  2. Hey :)

    Ich freue mich auch schon auf sie! Wahrscheinlich werde ich sie im Oktober sogar gleich zweimal erleben dürfen, da sie nach der Buchmesse auch noch in die Steiermark kommt :). Ich bin schon sehr gespannt, welches Buch sie dann vorstellen wird, "Stimmen", "Layers" oder das neue, das sie zusammen mit Arno Strobel geschrieben hat.

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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    1. Hi Ascari,

      Ich kann die Buchmesse kaum abwarten. Zu "Fremd" wird es dort wohl auch eine Lesung geben, allerdings bereits am Mittwoch und ich werde erst am Freitag vor Ort sein. :( Aber da wird es sicherlich noch andere Gelegenheiten geben. :D

      Vielleicht trifft man sich ja auf der Buchmesse.

      Liebe Grüße
      Patty

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