Sonntag, 19. Juli 2015

[Rezension] Skalpelltanz von Jenny Milewski

Nachdem ich im Juni ja nicht wirklich präsent war, gibt es zumindest für Juli bereits den zweiten Post. Zwar sollte ich eigentlich lernen, denn immerhin steht meine Klausur in Arbeits- und Organisationspsychologie in weniger als zwei Wochen an, aber Rezensionen schreiben sich nun mal nicht von selbst. Die erste Juliwoche habe ich "Skalpelltanz" von Jenny Milewski gelesen, welches Max Stadler aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt hat. Vielen Dank für mein Exemplar an Was liest du?.



INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: Skalpelldansen
deutscher Titel: Skalpelltanz
Autor: Jenny Milewski
Genre: Thriller
Taschenbuch: 399 Seiten
ISBN: 978-3-453-41837-0
Verlag:
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INHALT
Jonas Lerman ist Autor und schreibt grauenvolle Horrorbücher mit großem Einfluss von Gewalt und Blut. Er hat es geschafft, denn seine Bücher verkaufen sich unglaublich gut und seine Leser lieben ihn. Doch eine Schaffenskrise verändert sein ganzes Leben. Als wäre die Schreibblockade nicht genug, macht ihm sein Verleger auch noch Druck, denn dieser möchte sobald wie möglich Jonas' fünftes Werk veröffentlichen. Die Schreibblockade gibt er ungern zu und vertröstet seinen Verleger stattdessen.

"Niemals mehr schreiben zu können würde sich furchtbar anfühlen. Öde und leer. Als wäre mir etwas, das für mich alles bedeutet, weggenommen worden." ~ S. 92

Lediglich Zofia, seine krebskranken Nachbarin, vertraut er. Er spürt, dass mit ihm etwas nicht stimmt und fragt seine Nachbarin und Psychologin Zofia um Rat. Es geschehen seltsame Dinge. Szenen die er gerade erst zu Papier gebracht hat, werden Wirklichkeit.  Auf der Suche nach der Wahrheit muss Jonas sich mit einer Zeit seines Lebens ausseinandersetzen, welche er längst verdrängt und vergessen hat. Nur seine Eltern, von denen er sich entfremdet hat, können ihm helfen.

"Wie in deinen Büchern. Das hätte etwas sein können, das du erfunden hast." ~ S. 126

MEINUNG 
Die Geschichte ist um die zwei Protagonisten Jonas Lerman und seine Erfindung Carl Cederfelt aufgebaut. Zunächst beginnt alles sehr vielversprechend und gerade Jonas ist ein unglaublich sympathischer Charakter. Ein Schriftsteller, der beginnt die Gewalt in seinen Werken zu hinterfragen. Warum fasziniert Menschen die Grausamkeit in seinen Büchern so sehr? Und in der Realität können sie nicht weit genug von eben solchen Grausamkeiten entfernt sein? Die Geschichte um Jonas ist gut durchdacht und ebenso die von ihm geschriebenen Werken. In unregelmäßgen Abständen bekommt der Leser Ausschnitte aus den Büchern von Jonas Lerman zu lesen. Die Übersetzung des Buches ist für mich wirklich gelungen und bis kurz vorm Schluss hatte ich noch überlegt, ob ich lediglich 4 oder sogar 5 Sterne vergebe. Doch leider hat mir das Ende, welches für mich zum Rest des Thrilles zu abgedreht und unrealistisch war, irgendwie das gesamte Werk vermiest. Natürlich möchte ich den Twist - der leider sehr vorhersehbar war - nicht Vorweg nehmen, aber gerade dieses Ende wirkte als hätte man keine bessere Idee gehabt den Thriller zu beenden und daher musste das Übernatürliche aufgegriffen werde. Für mich war das leider ein Schuss in den Ofen und hätte sicherlich besser gelöst werden können.

"War er nicht selbst das Prachtexemplar eines Menschen, dessen Leinwand nicht ganz gefüllt war? Sickerte da gerade Bös durch seine Leerräume?" ~ S. 234

FAZIT
Zu Beginn ein vielversprechender Thriller, der mir durch das Ende gehörig vermiest wurde. Dennoch hat mir Skalpelltanz ein paar schöne Lesestunden beschert. 





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