Donnerstag, 21. September 2017

[Filmbesprechung] Amelie rennt - Kinostart 21.09.2017

© Martin Rattini

Donnerstag ist Kinotag und an diesem ganz speziellen Releasetermin erscheint eine wunderschöne Geschichte fürs Herz. Amelie rennt wurde von Natja Brunckhorst zu Papier gebracht, die gemeinsam mit Jytte-Merle Böhrnsen das Drehbuch schrieb. Das Buch zum Film ist bereits seit Anfang des Monats verfügbar und sicherlich einen Blick wert, denn der Film war es auf jeden Fall. Was euch genau im Kino erwartet, erfahrt ihr bereits hier und jetzt. Schaut euch auf jeden Fall den Trailer an und vielleicht wollt ihr dann ja schon bald mehr aus dem Kinosessel heraus erfahren.



HANDLUNG
Manchmal ist die Welt ungerecht. Genau so ergeht es der 13-Jährigen Amelie, die einfach sauer auf ihr Leben ist. Ihre Eltern haben sich getrennt, und ihre Mutter scheint sich sogar noch zu freuen, wenn sie am Wochenende Zeit mit ihrem Vater verbringt, denn dann kann sie Amelies Zimmer als Wäschezimmer benutzen. Und dann ist da auch noch das Problem mit ihrer Lunge, denn Amelie leidet an Asthma und wird nach einem weiteren schweren Anfall in
eine Klinik mitten im Nirgendwo geschickt. Der taffen Großstadtgöre passt überhaupt nicht fernab der Zivilisation zu sein und dann auch noch als schwach behandelt zu werden. Als sie sich heimlich in den Stall schleicht, trifft sie auf den Kuhherdenmanager Bart. Dieser hilft ihr sich später durch die Berge zu schlagen, da Amelie so hofft allem entkommen zu können, denn in den Bergen erwartet sie sicherlich niemand - dafür sei sie ja sowieso zu schwach und alleine will sie es allen zeigen. Bart lässt jedoch nicht locker und begleitet sie, obwohl Amelie davon gar nicht begeistert ist. Bald jedoch bemerkt sie, dass Bart doch viel interessanter ist, als sie anfangs von einem Kuhherdenmanager erwartet hätte.


MEINUNG
Man weiß, dass ein toller Abend vor einem liegt, wenn man eingekuschelt auf der Couch liegt und eine atemberaubende Kulisse einen auf dem Fernseher begrüßt. Genauso war es mit Amelie rennt, denn ein Großteil des Filmes wurde im wunderschönen Südtirol gedreht. Ich hätte am liebsten sofort meine Wanderschuhe aus der hintersten Schrankecke gekramt, aber zunächst habe ich mich mit der tollen Kulisse des Films begnügt. Diese hat mich auf jeden Fall mitgerissen und besonders der traditionsreiche Feuerbrauch am Ende ist ein ganz besonderes Ereignis, welches ich so gar nicht kannte. Alleine dafür lohnt es sich bereits Amelie rennt im Kino anzuschauen.

Natürlich ist die Kulisse nicht das einzige, was den Film sehenswert macht. In erster Linie geht es, um das Erwachsen werden und Probleme zu überwältigen. Sich nicht geschlagen zu geben, wenn mal etwas nicht rund läuft. Denn manchmal ist die Welt einfach ungerecht, aber genau in diesen Momenten gilt es nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern etwas dagegen zu tun. Genau das macht Amelie - sie bietet ihrem Asthma die Stirn und zeigt allen, dass sie sich nicht unterkriegen lässt. Vorrangig zeigt sie es jedoch sich selbst, denn jeder versucht ihr einzureden, dass sie etwas nicht kann. Sie braucht diesen Moment der Zielerreichung, um sich mit ihrer Krankheit in einer gewissen Weise anzufreunden und vielleicht einzusehen, dass es nicht immer das Beste ist jede Hilfe abzulehnen. Manchmal ist man auf andere Menschen angewiesen und man sollte sich nicht aus Trotz gegen alles sperren.

Gut gefallen hat mir, dass mit Amelies chronischer Krankheit nicht überdramatisiert wird. Ja, die Szenen gehen unter die Haut und schaffen es intensiv zu sein, aber gehen eher still unter die Haut. Diese Art der Herangehensweise lässt den Film authentisch und nachvollziehbar wirken. Irgendwie echt. Die Inszenierung des Regisseurs Tobias Wiemann hat mir gut gefallen und schafft trotz der Leichtigkeit, dennoch einen Nachdruck mit sich zu bringen. Ganz große Klasse. Die Schauspieler haben gut zusammenagiert und die Szenen realistisch umgesetzt. Lediglich der Charakter von Steffi hat mir weniger zugesagt. Die Schauspielerin hat diesen zwar sicherlich toll umgesetzt, aber ihre vermutlich gewollt naiv-natürliche Art war für mich persönlich einfach nur nervig. Irgendwie hat sich in mir alles zusammengezogen, wenn Steffi wieder auftauchte. Sie sollte sicherlich den Film durch den ein oder anderen Lacher ein wenig auflockern, denn Amelies chronische Krankheit ist sicherlich keine leichte Kost, aber da hat mir der sonst eher trockene Humor aus dem restlichen Film einfach besser gefallen.

TL;DR
Eine berührende Geschichte zwischen Leichtigkeit und Tiefe. Die Mischung aus starken Charakteren und beeindruckender Kulisse hat mich mitgerissen. Ein kurzweiliger Kinospaß für die ganze Familie.

1 Kommentar:

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