Montag, 10. Juli 2017

[Montagsrezension] Stadt der tanzenden Schatten von Daniel José Older

Heute schleicht sich ein Hauch von Magie in meine Rezension, denn geheimnisvolle Kräfte erwecken New York zum Leben. Wie ich bereits angekündigt habe, war der Juni mein kleiner Carlsen-Monat und da ich im Juni nicht mehr dazugekommen bin, geht es jetzt weiter. Stadt der tanzenden Schatten ist nämlich ebenfalls bei Carlsen erschienen und somit geht der Carlsen-Wahn weiter. Nächste Woche wird es dann mal wieder etwas anders zu entdecken geben, obwohl auch die von mir vorgestellten Bücher aus dem Carlsen Verlag nicht unterschiedlicher sein könnten und einiges an Abwechslung liefern.


Originaltitel: Shadowshaper
Deutscher Titel: Stadt der tanzenden Schatten
Autor: Daniel José Older
Übersetzung: Sophie Zeitz
Genre: YA - Fantasy
Hardcover: 304 Seiten
ISBN: 978-3-551-58360-4
Listenpreis: 16,99 € (Kaufen auf carlsen.de)
Verlag:
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INHALT
Sierra hat große Pläne für den Sommer - Entspannung! Das aus dem chilligen Plänen mit Freunden und sich ihrem Kunstprojekt hinzugeben nichts wird, wird klar als Sierra plötzlich Bewegung in den Graffitis ihrer Stadt entdeckt. Ein leichtes Zucken der Wanne, eine kullernde Träne und die Welt steht Kopf. Als dann auch noch ein Toter sie auf einer Party angreift, wir Sierra von Panik erfüllt. Der Sprayer Robbie versucht ihr diese neue Welt der Shadowshaper zu erklären, denn Sierra ist ein Teil von dieser. Sie kann mit der Hilfe von Geistern Bilder zum Leben erwecken.
 
MEINUNG
Die meisten Jugendbücher laufen nach dem gleichen Schema ab und oft mag ich dieses Schema auch sehr gerne, solange die Geschichte ein abwechslungsreiches Setting liefert. Doch manchmal möchte man auch aus diesem Trott heraus und etwas Neues entdecken. Eine einzigartige Idee, die bisher nicht völlig ausgelutscht wurde. Genau das hat Die Stadt der tanzenden Schatten für mich geliefert, denn eine vergleichbare Handlung habe ich bisher nicht kennengelernt. Ein wenig übersinnlich und dennoch am Boden geblieben. Für mich die perfekte Mischung.

"Fast hielt sie es nicht mehr aus. Das Dröhnen schien sie einzuhüllen, sie zu durchdringen." ~ S. 148

Allerdings war mir der Schreibstil ein wenig zu simpel für die Handlung. Das Buch wird vom Verlag für die Alterklasse ab 14 Jahren vermarktet. Diese Auswahl finde ich der Handlung entsprechend, allerdings ist der Sprachstil für mich in dieser Alterskategorie nicht angemessen, da er eher auf eine jüngere Zielgruppe abzielt. Man hätte noch viel mehr aus der Geschichte herausholen können und so mich als Leser mehr mitgerissen, wenn Stil und Sprache ein wenig komplexer gewählt worden wären und so dem Inhalt gerecht geworden wäre. Schade.

"Sierras Strategie bei süßen Jungen - oder bei Jungs im Allgemeinen - war: ignorieren, ignorieren, ignorieren. Denn normalerweise ruinierten Jungs alles, was süß an ihnen war, sobald sie den Mund aufmachten und was Blödes rauskam." ~ S. 23

Besonders da der Inhalt wirklich grandios ist und man auf eine Gefühlsachterbahn mitgenommen wird. Sierras Stadtviertel ist ethnisch vor allem von lateinamerikanischen und afrikanischen Einflüssen geprägt. Besonders die Kunst hat einen hohen Stellenwert und ist allgegenwärtig. Sierra selbst liebt es zu zeichnen und malen, ihr Bruder spielt in einer Band und ihre Mitschüler liefern sich Rap-Battles. Demensprechend bunt und vielfältig geht es im Buch zu. Sierras große Aufgabe für den Sommer, ist es ein riesiges Wandbild an die Fassade eines unerwünschten Neubaus zu malen. Möglichst einschüchtern soll der Drache, den sie sich als Beschützer des Viertels erdacht hat. Ja, und zum Schluss wird diesem Drachen noch eine große Aufgabe zu Teil.

FAZIT
Stil und Sprache können dem Inhalt leider nicht gerecht werden. Diese hätte ein wenig komplexer ausfallen können und dadurch Stadt der tanzenden Schatten noch mitreißender gestalten können. Inhaltlich kann das Buch aus dem Standardtrott der Jugendbücher ausbrechen und somit punkten.

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