Montag, 16. Januar 2017

[Montagsrezension] Echo Boy von Matt Haig

Der Dezember war ein wenig mein Matt Haig - Monat mit den beiden weihnachtlichen Büchern A Boy Called Christmas und The Girl Who Saved Christmas. Seinen ersten Jugendroman Echo Boy hatte ich direkt nach den Feiertagen begonnen und Anfang des Jahres beendet. Somit hat der Autor meine Weihnachtstage ein wenig dominiert. Durch sein Jugendbuch konnte ich einen Blick in die Zukunft riskieren, in der die Menschheit sich in vielen alltäglichen Dingen auf die Hilfe von lebensechten Robotern verlässt. 
Originaltitel: Echo Boy
Deutscher Titel: Echo Boy
Autor: Matt Haig
Übersetzung: Violeta Topalova
Genre: YA -Science Fiction
Taschenbuch: 400 Seiten
ISBN: 978-3-423-71712-0
Listenpreis: 11,95 €
Verlag:
http://www.dtv-dasjungebuch.de/

INHALT
Die Zukunft ist bestimmt von modernster Technik. Roboter in menschlicher Gestalt, sogenannte Echos, vereinfachen den Menschen ihren Alltag sowohl auf der Erde, als auch besonders auf dem Mond. Doch eines Tages scheint diese perfekte Technik Fehler aufzuweisen. Audreys Eltern werden von einer Echo getötet und ihr gelingt es nur knapp zu entkommen. In ihrer Panik flieht sie zu ihrem Onkel, der allerdings als größter Echoproduzent eine Vielzahl an Echos zu Hause hat, die Audrey Angst machen. Einer dieser Echos ist Daniel, der Gefühle für Audrey zu haben scheint, aber ein Echo mit Gefühlen scheint völlig absurd.

"Man muss sich dafür entscheiden, die Gegenwart zu akzeptieren." ~ S. 111

MEINUNG
Matt Haig ist ein großartiger Autor. Das hat er in der Vergangenheit bereits bewiesen und auch sein erster Jugendroman bestätigt dies wieder. Seine Art zu schreiben hat mich selbst über inhaltliche Mängel hinwegsehen lassen, welche ich gleich noch ansprechen werde. Man fällt direkt in die futuristische Welt, denn der Leser wird von Audrey langsam in die Geschichte eingeführt. Sie erzählt stellvertretend über ihren Alltag und wie besonders Technik diesen erleichtert, aber auch die Sorgen, die dieser Fortschritt mit sich bringt. Durch ein ausgeklügeltes Schienensystem kann man in nur wenigen Minuten zwischen den Kontinenten reisen, Gefühle können durch neuronale Pads unterdrückt werden, und Roboter sind mittlerweile kaum noch als solche zu erkennen und die Maschinen werden immer menschlicher. Der einzige Unterschied? Die Echos sind perfekt und besser als Menschen in vielen Dingen; Gefühle haben sie jedoch nicht. Zumindest bisher. Eine Entwicklung scheint einzutreten und Gefühle oder der Drang nach Selbstverwirklichungen scheinen nicht mehr fern. Die Maschinen überbrücken auch dieses letztes Hindernis zur Menschlichkeit.

"Du bist eine Maschine. Maschinen gehorchen Befehlen. Wenn du nicht länger Befehlen gehorchst, bist du keine Maschine mehr und dann steckt die Menschheit wirklich in Schwierigkeiten." ~ S. 31

Hier kommt auch ein bereits angesprochenes Manko zu Tage. Es ist einfach nichts wirklich Neues. Man scheint alles schon gehört zu haben und kennt diese Vision der Zukunft nur zu gut. Dies muss aber nichts Schlechtes sein, denn so kann man sich leichter in das Setting einfinden, welches von Matt Haig wunderbar beschrieben wird. Auch sonst ist das Buch unglaublich vorhersehbar. Der erste Moment in dem wir als Leser diesen kennenlernen, weiß' der Leser, dass eben dieser Charakter nicht lieb und nett ist, sondern lediglich seinen Vorteil möchte. Schön und gut. Für mich war daraus resultierend eigentlich die Protagnistin Audrey das Problem, denn sie beschreibt uns nun einmal diesen Charakter und erwähnt immer wieder wie seltsam und unheimlich dieser agiert. Ihre Alarmglocken schrillen, aber sie macht einfach nichts! Nada! Niente! Nothing! Das war für mich so unzufriedenstellend. Besonders da ihr Einstieg in die Geschichte actionreich war und sie aktiv dazu beigetragen hat.

"Aber wie Dad einmal sagte, sollte man sich im Leben immer die Mühe machen, alles infrage zu stellen." ~ S. 39

Rettung waren die Kapitel, die aus Daniels Perspektive erzählt wurden. Hier gab es Moment, die nicht bereits tausendmal in Film und Literatur durchgekaut wurden oder mir zumindest noch nicht untergekommen sind. Die Auferstehungszone hat mir gut gefallen, da sie noch einmal einen spannenden Faktor miteingebracht hat und auch einige der Angestellten waren eine Bereicherung für die Geschichte (*hust* 15 *hust*). Die Ausflüge nach Spanien waren ebenfalls wunderbar beschrieben und haben die teilweise zähe Stimmung etwas gelockert. Echo Boy war für mich eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, wobei mir das solide Gesamtkonzept gefallen hat.

Wie habe ich das Buch erhalten? Der wunderbare dtv Verlag hat mir das Buch für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank.
Warum habe ich das Buch gelesen?  Matt Haig ist ein vielversprechender Autor und ich habe mich sehr auf sein erstes Jugendbuch gefreut. Außerdem ist das Cover wirklich verlockend schön.

FAZIT
Toller Weltenbau, wunderschöne Sprache, vorhersehbare Handlung. Wer Lust auf eine Liebesgeschichte in einem futuristischen Setting hat, sollte auf jeden Fall zu Matt Haigs Buch greifen. Wer jedoch auf einen spektakulären Plot Twist hofft und etwas Einzigartiges, der sollte eine andere Wahl treffen.

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