Montag, 7. November 2016

[Montagsrezension] Vierzehn von Tamara Bach

Vierzehn Tamara Bach Elephant BuchLetzte Woche hat meine Mutter ihren Geburtstag gefeiert und somit hat es mich wieder nach Fehmarn verschlagen. Für diese Woche ist hier Schnee angekündigt und der Winter möchte endlich den Herbst ablösen. Dabei liebe ich den Herbst, wenn die Blätter sich langsam verfärben, Kürbisse die Welt und den Essenstisch zieren und ich mich mit einem Kakao in meinem Bett einkuscheln kann (ohne schlechtes Gewissen). Nur zu viel Regen mag' ich nicht; da ist mir der Winter in seiner weißen Pracht viel lieber. Wenn der Schnee dann auch wirklich weiß ist und nicht sofort zu brauner Matsche wird. Großstädte haben im Winter einen gewaltigen Nachteil.

Originaltitel: Vierzehn
Autorin: Tamara Bach
Genre: YA - Coming of Age
Hardcover: 112 Seiten
ISBN: 978-3-551-58359-8
Listenpreis: 13,99 €
Verlag:
Bildergebnis für carlsen verlag

INHALT
Der erste Schultag nach den Sommerferien fühlt sich merkwürdig und fremd an. Durch eine ansteckende Krankheit hat die Protagnistin bereits zwei Wochen vor Ferienanfang die Schule nicht mehr besuchen können. Ihre Klassenkameraden hat sie eine lange Zeit nicht mehr gesehen und die Ferien alleine verbracht - sogar den gemeinsamen Urlaub musste sie verpassen. Am ersten Tag begeleiten wir die Protagonistin zu diversen öffentlichen und verlassenen Orten für eine Fotografiestudie.
Vierzehn Tamara Bach Elephant Buch


MEINUNG
Du hast dir eine Schüssel Müsli gemacht.
Haferflocken und Milch.
Du setzt dich vor deinen Laptop.
Schreibst.
Eine Rezension. Eine Rezension über Vierzehn.
Du denkst nach.
Greifst nach dem Löffel und isst erst einmal dein Müsli.

Geschichten in der zweiten Person  sind immer ein wenig merkwürdig. Ich kann mich nicht wirklich darauf einlassen und fühle mich dem Buch ferner, anstatt mich angesprochen zu fühlen. Dieses vertrauliche und distanzlose passt für mich nicht zu einer Geschichte über eine fremde Person. Vielleicht passt mir diese Unterstellung nicht, dass mir Dinge passiert sein sollen oder aber ich fühle mich ertappt. Was auch immer es ist: Geschichten in der zweiten Person funktionieren für mich nicht. Eigentlich.

"Du schläfst. Du träumst." ~ S. 5

Meine vorgefertigte Meinung hat es dem Buch von Tamara Bach sicherlich nicht leicht gemacht. Am Anfang kreisten meinen Gedanken und ich bereute mich darauf eingelassen zu haben. Es dauerte eine Weile mich einzufinden - was bei einem Buch von gerade mal 100 Seiten nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen darf. Durch die Satzfragmente flogen die Seiten nur noch schneller dahin. Zunächst freute ich mich, weil ich das Buch so schneller ins Regal stellen konnte und es dort einfach bleiben würde. Unbeachtet.

"Aber die Bilder sind kalt, dass dir selbst kalt davon wird. Ums Herz." ~ S. 46

Aber schnell musste ich mir eingestehen, dass Vierzehn anders ist. Trotz der vermeintlich vertraulichen und distanzlosen Schreibweise, herrschte eine große Distanz. Durch die vielen Satzfragmente werden Andeutungen gemacht, aber man kratzt nur an der Oberfläche des Lebens der Protagonistin und irgendwie auch an seinem eigenen Leben. Leerstellen gehen Hand in Hand und sind nicht zufällig gewählt. Die Geschichte ist methodisch und durchdacht. Viele Momente kennt sicher jeder aus seiner eigenen Schulzeit. Dadurch konnte ich mich plötzlich doch mit der Geschichte identifizieren. Bis ich plötzlich auf der letzten Seite aus meinem Leben gerissen werde und erfahre, dass ich das Leben einer anderen gelebt habe. Ich bin nicht Du.

Wie habe ich das Buch erhalten? Auf der Frankfurter Buchmesse durfte ich die super sympathische Autorin kennenlernen. Zu diesem Anlass habe ich das Buch vom Carlsen Verlag erhalten und konnte es mir direkt signieren lassen.
Warum habe ich das Buch gelesen?  Ohne das Bloggertreffen auf der Buchmesse hätte ich wohl nicht zu diesem Buch von Tamara Bach gegriffen. Aber nach dem Treffen wollte ich unbedingt wissen was das Buch mit einer katholischen Mädchenschule zu tun - immerhin war ich ja 9 Jahre auf einem "Nonnenbunker".

Vierzehn Tamara Bach Elephant Buch Signatur signiert

FAZIT 
Die Erzählung ist geprägt von Oberflächlichkeit und Leerstellen, welche methodisch jedoch sehr gut platziert wurden. Eine trivial wirkende Geschichte wird so überraschend tiefgründig gestaltet. Die anfängliche Distanz wird plötzlich von Identifkation abgelöst.

Kommentare:

  1. Mal wieder eine wunderschön geschriebene Rezension! Habe das Buch ja auch noch bei mir im Regal.
    LG Vanessa

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    1. Ich bin gespannt wie es dir gefällt. Ist ein sehr schönes Buch für Zwischendurch.

      Liebe Grüße
      Patty

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