Freitag, 28. Oktober 2016

[Unterwegs] Frankfurter Buchmesse 2016 - Die Fachbesuchertage

Die Buchmesse ist vorbei. Irgendwie kann ich es noch gar nicht richtig begreifen wie schnell die vier Messetage an mir vorbeigezogen sind. Als ich Sonntag gegen 22 Uhr meine Wohnung betreten habe, machten sich erst einmal Schlafmangel und Stress bemerkbar. Ein kleiner Nervenzusammenbruch und viele - ja, sehr viele - Stunden Schlaf später, hat mich der Alltag zumindest teilweise wieder. Völlig ist das allerdings überhaupt nicht möglich, da mich all die wundervollen Menschen nachhaltig bewegen. Der Buchmessebluesleistet also bereits ganze Arbeit. Glücklicherweise gilt der Leitsatz: Nach der Messe ist vor der Messe.


Wer mehr zum Krankheitsbild Buchmesseblues erfahren möchte, sollte auf jeden Fall bei Schwester Bianca vorbeischauen. Sie hat das Phänomen Buchmesseblues auf ihrem Blog Literatouristin wunderbar diagnostiziert. Damit ihr euch ebenfalls mit dem Virus ansteckt habe ich heute meinen Messebericht für euch. Ich werde versuchen nicht allzu sehr auszuschweifen, wenn ihr also zu irgendeinem Event mehr erfahren möchtet, dann fragt. Ich erzähle gerne mehr - viiiiiel mehr.

Der erste Tag sollte nach dem Check-In und dem ersten Stöbern durch die Hallen ruhig beginnen. Auf dem Plan stand in großen Buchstaben: NIX. Nichts war in diesem Fall jedoch alles andere als ruhig und langweilig. Der Comickünstler Nix aus Flandern hat passend zu seinem Comic Kinky & Cosy eine Life Experience entwickelt, die mit einer Gehirnwäsche beginnt. Wir wurden zwar gewarnt, dass wir uns nicht verletzen können, aber das Betreten des Containers zu 80% Gefahren birgt. Fängt ja gut an.

Der Container schien einer Tardis zu gleichen, denn das Innere war deutlich größer als es von außen den Anschein hatte. Vier verschiedene Räume verbargen sich dort - den Souvenirshop bereits ausgeschlossen. Nach der Gehirnwäsche wurde der Erfolg dieser getestet, denn diese ist die Grundlage für die Verwandlung in eine der beiden Schwestern. Nach der Einnahme von verschieden farbigen Pillen ging es an einen Multiple-Choice-Test. Wer bestanden hat, durfte in den nächsten Raum. Dort wurde unsere Konzentration und Schnelligkeit auf die Probe gestellt. In einer kleinen Arcade mussten die Süßigkeiten gegessen werden ohne dem Gemüse Aufmerksamkeit zu schenken. Beendet wurde die Umpolung im Wohnzimmer von Kinky & Cosy, sodass wir als die beiden Comiccharaktere den Container verlassen konnten.

Im Anschluss ging es mit dem Bloggersquad durch die Hallen zum Bookstagram-Treffen. Es war so wundervoll grandiose Menschen wiederzutreffen oder auch neu kennenzulernen. Gerade diese Momente schätze ich an der Buchmesse. Für mich ist es immer ein Highlight mit all den Herzensmenschen durch die Hallen zu streifen und sich auszutauschen. Der restliche Tag auf der Messe wurde gemeinsam verbracht beim Testen von Mission X, Stöbern an Ständen und leckerem Abendessen im Skyline Plaza, um anschließend gestärkt zur Comiclesung vom Comicsatelliten Frankfurt zu gehen. Wir lauschten Haiko Hörnig und Marius Pawlitza, die aus ihrem Comic A House Divided lasen. Eine Comiclesung ist doch etwas völlig Anderes, aber mit vertauschten Rollen, Soundeffekten und den passenden Bildern etwas ganz Besonderes.

Nach einem gelungenen und anstrengenden ersten Messetag, stand jedoch noch ein ganz spezieller Moment an. Die liebe Bianca feierte in ihren Geburtstag rein. Im Hostelzimmer wurde mit Wein und belgischem Bier angestossen. Liebe Bibi, auch an dieser Stelle noch einmal alles Liebe nachträglich zum Geburtstag.


Der Morgen startete mit einer Suche. Wie Indiana Jones streiften wir durch die internationale Halle, um den Veranstaltungsort des Bloggerfrühstücks von Droemer Knaur zu finden. Dort waren eine Vielzahl gefühlvoller Autoren anwesend mit denen wir uns austauschen konnten. Im letzten Jahr habe ich mich ausgiebig mit der Autorin Susanna Ernst unterhalten und in diesem Jahr traf es Ally Taylor und Carrie Price. Die beiden sind einfach wundervoll chaotisch. Ich liebe es. Mir hat das Treffen wirklich sehr gut gefallen, obwohl es ein wenig voll war und zum Austausch kaum Zeit blieb, da die Autoren liebevoll jeden Signatur- und Fotowunsch nachgekommen sind. Die angesetzte Zeit war viel zu schnell vorbei.

Nach dem Frühstück hatte ich ein wenig Zeit und gemeinsam mit Philip von Book Walk erkundete ich die Hallen. Wir stießen auf die wundervolle englische Schmuckausgabe zu den Harry Potter Büchern. Ein Traum im dreistelligen Bereich. Sollte ich im Lotto gewinnen wird diese wundervolle Ausgabe SOFORT bei mir einziehen. Bis dahin blättere ich in meiner ebenfalls wunderschönen Schmuckausgabe mit Jim Kays Illustrationen bis die Seiten sich langsam lösen. Bevor wir am Stand von Bloomsbury Wurzeln schlagen konnten, ging es Richtung Orbanism Space. Dort wurde es für Philip und Vanessa von Biblometasia ernst, denn sie mussten neben routinierten Kennern wie Suse von Literaturschock und Mara von Buzzaldrins Bücher auf die Bühne. Beim BloggerFuturePlace wurden wichtige Punkte für Blogger angesprochen, um Raum für Diskussionen zu geben. Schnell driftete diese jedoch ab und es ging um das leidige Thema Bezahlung von Rezensionen. Dieses wird sicherlich nie ein Ende finden, da jeder seine eigene Vorstellungen und sicherlich auch Hoffnungen hat.

Eines meiner Tageshighlights war das Treffen mit Wiebke Lorenz bei Bastei Lübbe. In kleiner Runde tauschten wir uns mit der unglaublich sympathischen Autorin von Dein perfektes Jahr aus. Ihre offene Art führte zu interessanten Einblicken. Durch ihre persönlichen Erfahrungen im Leben hat sie eine besondere Sichtweise für ihre Thriller wie beispielsweise die psychiatrische Komponente in Alles muss versteckt sein. Nach diesem wundervollen Gespräch ging es weiter zum Carlsen Verlag, denn dort wartete Tamara Bach mit Sekt und ihrem Buch Vierzehn. Mit den Verlagsvertretern und der wunderbaren Messebloggerin Lea von Liberiarium ging es dann zur Preisverleihung des Virenschleuderpreises. Mit der Potternacht landete Carlsen verdient unter den Nominierten und gewann gaaaaanz überraschend (mit der Technik üben wir das nochmal, Leander). Wir freuten uns alle mit den wundervollen Anwesenden und jubelten für diesen grandiosen Preis. Ebengalls gefreut hat mich, dass die Polizei Frankfurt in ihrer Kategorie gewonnen haben, da die beiden Teammitglieder sich unglaublich sympathisch freuten. Die Persönlichkeit des Jahres ist die wundervolle Suse von Literaturschock geworden, die es selbst nicht ganz fassen und nachvollziehen konnte.
Ich hatte es bereits geahnt, dass ich wieder zu sehr ausschweifen werde. Es wird also noch einen zweiten Teil mit dem Messesamstag und Messesonntag geben. Vielleicht geht dieser bereits heute noch online. Die ersten beiden Tage auf der Messe waren unglaublich wundervoll und ich habe mich so sehr gefreut grandiose Buchmenschen wiederzusehen und kennenzulernen. Ihr alle habt diese Tage zu etwas ganz Besonderem gemacht. Ich liebe euch.

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