Montag, 31. Oktober 2016

[Montagsrezension] Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten von Kevin Sands

Der Blackthorn Code Kevin Sands AlchemistDer Tag heute ist zum Gruseln. Geister, Hexen und Zombies kriechen heute Nacht aus ihren Löchern, um den Toten zu gedenken - obwohl gerade der letzte Teil in Vergessenheit gerät. Mein kleiner Kürbis ist bereits schaurig schrumpelig geworden und ich bin bereit als verrückte OP-Schwester gegen die Killer-Clowns anzutreten. Nehmt euch in Acht! Eigentlich wollte ich ein zu Halloween passenderes Buch für meine heutige Rezension wählen, aber irgendwie lauert in meinem Bücherregal nichts. Dennoch ist meine heutige Wahl ebenfalls schaurig, gruselig und rätselhaft.


Originaltitel: The Blackthorn Key
Deutscher Titel: Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten
Autor: Kevin Sands
Übersetzung: Alexandra Ernst
Genre: YA - Mystery
Hardcover: 336 Seiten
ISBN: 978-3-423-76148-2
Listenpreis: 15,95 €
Verlag:
http://www.dtv-dasjungebuch.de/

INHALT
Als Lehrling des Apothekermeisters Benedict Blackthorn gehört es zu Christopher Rowes Alltag Heiltränke zuzubereiten, Codes zu entschlüssen (um die entwickelten Rezepte vor Feinden zu schützen) und ab und an eine kleine Explosion zu verursachen. Doch plötzlich wird es im London des 17. Jahrhunderts gefährlich, denn ein mörderischer Kult treibt sein Unwesen. Apotheker und Freunde werden gefoltert und getötet, um eine unglaubliche Macht zu erhalten. Christopher ist in Gefahr und sein Leben hängt vom Entschlüsseln eines letzten Codes ab.
Der Blackthorn Code Kevin Sands Alchemist


MEINUNG
You had me at KABOOM! Christopher und sein bester Freund Tom konnten mich von Beginn an um den Finger entwickeln. Beim Bau ihrer ersten Bombe geht so einiges schief und trotzdem folgen weitere verrückte Ideen - wer lernt schon aus seinen Fehlern? Als Kind wäre ich ebenfalls bereits begeistert von diesem Buch gewesen, denn eine Zeit lang hatte ich meinen eigenen Chemiekeller. Ja, ihr habt richtig gehört: Einen ganzen Kellerraum. Es war großartig. In der 6. oder 7. Klasse war mir mein kleiner Chemiebaukasten nicht mehr genug und meine wundervolle Mutter hat mir allerhand Chemikalien und einen Bunsenbrenner gekauft. Mit Phenolphtalein habe ich Morde aufgeklärt, mit Schwefel den Keller verpestet und definitiv viel gelernt - in die Luft geflogen ist dabei leider glücklicherweise nichts. Somit fühlte ich mich durch all die wunderbaren Zutaten und Rezepte in diese Zeit zurückversetzt. Blackthorn, wo warst du vor 13 Jahren?

"Geheimnisse über Geheimnisse. Codes verborgen in Codes." ~ S. 200

Aber nicht nur die chemische Komponente konnte mich überzeugen - obwohl die Explosionen eine wichtige Rolle spielten; der erste Eindruck ist schließlich doch am wichtigsten. Das Knacken der Codes auf einer tödlichen Schnitzeljagd hat wirklich Spaß gemacht. Hier konnte es mir auch nicht passieren zu kompliziert zu denken, denn sobald Christopher den passenden Schlüsseln entdeckt hat, war des Rätsels Lösung klar. Normalerweise denke ich viel zu kompliziert und die einfachsten Lösungen bleiben mir verborgen. Am Samstag ging es für mich beispielsweise wieder zum Geekrace und manche Rätsel schienen unlösbar bis es endlich Klick gemacht hat. Viiiel zu einfach.

"Der Wert eines Mannes hat nichts damit zu tun, woher er stammt." ~ S. 107

Für Kinder finde ich ebenfalls grandios, dass die geschichtliche Komponente nicht außer Acht gelassen wurde. Immerhin befindet sich Christopher im 17. Jahrhundert und sein Alltag ist hart. Es reicht nicht die Spülmaschine auszuräumen und ab ins Bett. Sein Tag startet früh und endet spät. Körperliche Arbeit ist ihm kein Fremdwort, denn sein Alltag ist unglaublich anstrengend. Züchtigung steht ebenfalls an der Tagesordnung im frühen London. Auch Armut und Krankheit, sowie politische Tumulte wurden dezent in die eigentliche Geschichte eingepflegt. Kinder lernen so ganz nebenbei historische Grundlagen kennen. Ich hatte auf jeden Fall den Gestank auf Londons Straßen in der Nase.

"'Lieber Gott', sprach Oswyn. Und diesmal gab Gott ihm Antwort." ~ S. 302

Kritisiert wurde in anderen Rezensionen, dass das Buch für Kinder zu brutal sei. Dieses Gefühl habe ich nicht. Natürlich gibt es Morde, die teilweise als grausam beschrieben werden. Es wird jedoch auf bildliche Sprache verzichtet und lediglich die rituelle Komponente einiger Morde werden detaillierter beschrieben. Das empfohlene Lesealter ist ab 11 Jahren und ich finde Kindern in diesem Alter muss man nicht immer nur Bücher mit Blumenwiesen voller Pferden und Friede, Freude, Eierkuchen forsetzen. In diesem Fall gehören die Morde zur Geschichte und sollten es auch. Außerdem wird den Morden eine gute Portion Humor entgegengestellt. Ich konnte viel lachen.

Wie habe ich das Buch erhalten? Mein Dank gilt dem dtv-Verlag.
Warum habe ich das Buch gelesen?  Die Vermarktung als der Da-Vinci-Code für Leser ab 11 Jahren hat mich direkt neugierig gemacht, denn Dan Brown konnte mich damals als Kind schon überzeugen. Jetzt sollte mich die junge Variante als Erwachsene überzeugen.
Der Blackthorn Code Kevin Sands Alchemist

FAZIT
Chemie, Codes und London. Was will man mehr? Explosionen? Gibt es! Der Blackthorn-Code greifen. Ein Buch voller Spannung und sympathischer Charaktere mit denen man gerne miträtselt. Die Codes sind nicht zu einfach, aber auch nicht zu schwer, sodass wirklich mitgerätselt werden kann, wenn man das gerne möchte. Ein wundervolles Buch für Kinder, welches allerdings auch vor Morden nicht zurückschreckt. Wer auf sowas lieber verzichtet, sollte sicherlicher nicht zu

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Weitere schöne Rezensionen: Ink of Books | Kleinbrinas Bücherblog | TinyHedgehog

Wer dieses Buch mag, mag auch Der Ruf des Henkers von Björn Springorum.  
Zur Rezension


Kommentare:

  1. Hey Patty!

    Deine Rezension finde ich auch sehr schön geschrieben und sooo schön gestaltet! Meinen Respekt! Ich mochte das Buch ja auch sehr gerne und dass du auch sofort gefesselt warst, finde ich sehr schön! :D Das war wirklich wundervoll an dem Buch!

    Die Episode aus deiner Kindheit fand ich wirklich total interessant! Du warst so ein richtiger Chemie-Nerd, ja? Sowas finde ich wirklich unglaublich cool, kein Wunder, dass dich dieses Buch so angesprochen hat!

    Habe dich auch bei meiner Rezension verlinkt und wünsche einen wunderschönen Abend,
    Anna

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    1. Hi Anna,

      Chemie ist großartig; genauso wie Physik. Allerdings war ich immer nur für Versuche zu gebrauchen und gerade bei Physik hat mich die Theorie zum Verzweifeln gebracht. Ich muss aber auch sagen, dass mein Chemielehrer unglaublich genial war (mit dem Namen Herr Dr. Ix ist das auch irgendwie gegeben. :D). Hatte also mega Glück. Wir haben sogar richtig Schnaps gebrannt in der Schule. Einfach toll.

      Vielen Dank für deine lieben Wort und einen schönen Start in die Woche,
      Patty

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  2. Hey Patty!

    Deine Rezension ist wirklich toll geworden! Ich finde es wahnsinnig cool, dass du einen Chemiekeller hattest *.* Da bin ich schon ein wenig neidisch :P
    Ich finde es auch schön, wie im Buch scheinbar nebenbei das Leben im damaligen London erzählt wird - Das habe ich in meiner Rezension gar nicht erwähnt, weil es für mich einfach... nun ja, einfach DA war. Jetzt wo ich es bei dir gelesen habe, merke ich, wie gut das im Buch eingeflochten wurde.

    Liebste Grüße,
    Lena

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    1. Hi Lena,

      es ärgert mich auch ein bisschen, dass ich den nicht mehr habe. Alleine die ganzen Chemikalien wären großartig für Buchfotos. Irgendwann wurde der Raum zu einem Party-/Spielekeller umfunktioniert - zu dem Zeitpunkt waren dann die Prioriäten andere. Jetzt wünsche ich mir den Chemiekeller zurück. ^^

      Liebe Grüße
      Patty

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