Montag, 20. Juni 2016

[Montagsrezension] Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer

Eine Welt voller Magie und fantastischer Wesen. Sogenannte Bibliomanten schöpfen ihre Macht aus ihrer Liebe zur Literatur. Bücher geben ihnen die Kraft zu fliegen, zu teleportieren und grausam zu kämpfen. Endlich habe ich es geschafft und den dritten Band zu Die Seiten der Welt zu lesen. Der Abschluss der Trilogie verspricht bereits duch den Untertitel Blutbuch spannend zu werden. Die ersten beiden Bände haben mich bereits begeistert, so dass ich mich auf einen (hoffentlich) gelungenen Abschluss der Reihe freute.


INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: Die Seiten der Welt
Autor: Kai Meyer
Genre: YA Fantasy
Hardcover: 528 Seiten
ISBN: 978-3-8414-0226-4
Verlag:

INHALT
Das katastrophale Ende des Sanktuariums hat Furia von ihren Freunden getrennt. Diese machen sich auf die verzweifelte Suche nach ihr und müssen sich dabei mit vielen Gefahren - auch aus den eigenen Reihen - herumschlagen. Furia hingegen ist in einer Einöde ohne Ausweg zwischen den Seiten der Welt gefangen. Dort trifft sie erneut auf Siebenstern und lernt die legendäre Phaedra Herculanea kennen, die Mutter aller Bibliomantik. Die beiden haben ganz bestimmte Pläne mit Furia, aber diese will sich dem Einfluss der beiden entziehen und ihre eigenen Entscheidungen treffen, um die Bibliomantik zu retten und den Untergang der Refugien zu verhindern. Ist sie dieser Aufgabe gewachsen?


MEINUNG
Seit fast zwei Jahren begleite ich Furia durch die Seiten der Welt. Habe mit ihr gelitten und mich mit ihr gefreut. Bereits die ersten beiden Bände konnten mich begeistern, umso mehr habe ich mich auf ein grandioses Finale gefreut. Wie sollte es nach dem Ende des letzten Teiles mit Furia weitergehen? Ist es Furia möglich erneut die Welt der Bibliomantik vor einer drohenden Gefahr zu beschützen? Mit dem letzten Teil der Trilogie sollte ich es erfahren und direkt die ersten Sätze haben mich wieder mitten in die Geschichte gesogen. Gemeinsam mit Isis und Duncan,  habe ich mich auf die Suche nach Furia gemacht, die im letzten Band in den Strudel der Ideen gefallen ist.

"Familien sind Bücher. die mit Blut geschrieben werden." ~ S. 37

Nicht nur alte Freunde und Feinde nehmen einen großen Stellenwert in der Geschichte ein. Weitere Charaktere wie der Exlibri Jim Hawkins und das neue Oberhaupt der adamitischen Akademie Rachelle Himmel gewinnen an Bedeutung. Außerdem taucht ein neues bibliomantisches Wunderwerk auf, welches bereits in Vergessenheit geraten ist und als Legende in den Köpfen der Bibliomanten zurück blieb. Es handelt sich dabei, um ein sogenanntes Portalschiff, welches durch die Seiten der Welt fährt. Eine unglaublich geniale Erfindung und die detailreiche Beschreibung hat meine Vorstellungskraft angeregt und genaue Bilder hervorrufen lassen. Dennoch wurde genug Spielraum für die eigene Fantasie gelassen. Die bildhafte Sprache konnte bereits in den ersten beiden Bänden überzeugen und steckt auch in diesem in nichts nach. Neben dem Portalschiff gibt es weitere kreative Neueinführungen und so müssen sich beispielsweise Isis und Duncan einem neuen Gegner stellen - den Leseratten.

"Aber man kann nicht jedes Problem dieser Geschichte lösen, indem man irgendein besonderes Buch auftauchen lässt." ~ S. 253

Doch was ist entscheidend beim Finale einer Trilogie? Für mich ist eine Charakterentwicklung und ein zufriedenstellendes Ende. Hier hat Kai Meyer auf jeden Fall überzeugen können. Sowohl Furia, als auch einige der Nebencharaktere haben sich weiterentwickelt und sind durch ihre komplexe Charakterbildung äußerst greifbar. Die Charaktere haben Ecken und Kanten - die Bösewichte sind nicht zwangsläufig böse. In jedem Charakter steckt etwas mehr, als es zunächst den Anschein hat. Meine persönlichen Favoriten sind Jim und Patience, aber auch Furia konnte in diesem Band jede Menge Sympathiepunkte gut machen. Lediglich die Szenen mit Isis und Duncan wurden auf Dauer anstrengend, da diese einen Großteil der Geschichte einnimmt, aber nur bedingt etwas passiert. Die beiden sind die ganze Zeit in Action und schlittern von einer Kampfsituation in die nächste. Es passiert zu viel, in zu kurzer Zeit ohne dabei Abwechslung zu haben.

"Oft sprechen ausgerechnet Narren die schmerzlichsten Wahrheiten aus." ~ S. 49

Ein toller Abschluss und das Ende ist durchweg zufriedenstellend, da es ein wirkliches Ende ohne gravierende Cliffhanger ist. Zwar lässt es noch auf eine Fortführung hoffen und liefert Potential für weitere Ausflüge in die bibliomantische Welt. Beispielsweise entdeckt ein Charakter am Ende seine bibliomantischen Fähigkeiten. Wer wissen möchte, bei wem dies der Fall ist, sollte sofort zum Finale greifen und sich in eine wunderbare Welt entführen lassen. Aber macht euch auf viele Emotionen gefasst, denn liebgewonne Charaktere werden das Finale nicht überleben.

"Kummervolle Welt, wir bleiben dir erhalten." ~ S. 308

FAZIT
Trauer, Spannung, Freude und Erleichterung liegen in diesem tollen Finale dicht beieinander. Für mich war der letzte Teil gleichzeitig der beste Teil und ich kann es gar nicht richtig begreifen, dass es nun vorbei sein soll. Dennoch besteht noch ein Fünkchen Hoffnung bald wieder die Magie der Bücher zu spüren und in die Welt der Bibliomantik zu reisen. Wer Bücher liebt, sollte unbedingt zu Die Seiten der Welt greifen.

Werft gerne einen Blick in meine Rezensionen zu den ersten beiden Bänden:
Rezension des ersten Bandes | Rezension des zweiten Bandes (Nachtland)




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