Montag, 11. April 2016

[Montagsrezension] Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag



Kennt ihr das auch? Ihr wollt ein Buch lesen und von euren Gefühlen überrollt werden. Jede Emotion der Charaktere spüren und einfach drauf los weinen? Der Frühling ist die perfekte Jahreszeit für mich, um genau das in einem Buch zu suchen. Ein Buch voller Herzschmerz und Tränen habe ich in Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag erhofft und ich kann euch direkt verraten, dass ich von der Autorin nicht nur nach Italien entführt wurde, sondern geradewegs ins Land der Tränen.



INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: Mein bester letzter Sommer
Autorin: Anne Freytag
Genre: YA - Contemporary Romance
Hardcover: 368 Seiten
ISBN: 978-3-453-27012-1
Listenpreis: 14,99€
Verlag:
http://www.randomhouse.de/img/publishers/heynefliegt.png?v=1

INHALT
Die siebzehnjährige Tessa ist schwer krank und möchte sich einfach nur in ihr Zimmer verkriechen. Jedoch hat sie nicht damit gerechnet, dass das Leben dazwischen kommt. Je näher ihr ganz persönliches Ablaufdatum rückt, desto mehr möchte sie leben. Sie verliebt sich in Oskar und Oskar beschert ihr den besten letzten Sommer. Gemeinsam schaffen sie es, dass Tessa durch einen Roadtrip nach Italien noch viele verschiedene erste Male erleben kann.

"Ich habe ein Verfallsdatum. Okay zugegeben, letztlich hat jeder eines, aber zu wissen, dass die meisten Konservendosen in unserer Speisekammer länger hier sein werden als ich, ist hart." ~ S. 11

MEINUNG
Die Reaktion meines Freundes war recht trocken, als er mich total verheult beim Lesen erwischt hat: "Schon wieder so eine Krebsgeschichte?" und genau diese Reaktion musste ich verneinen. Es ist nicht einfach wieder eine dieser Geschichten. Für mich war es viel mehr als das. Wie Tessa hatte ich beim Lesen ein Loch im Herzen, welches für Tränen und Herzschmerz verantwortlich war - unglaublich viele Tränen. Die Geschichte hat mich emotional einfach umgehauen und genau das hatte ich mir auch erhofft.

"Wir stehen nebeneinander und schweigen. Weil es nichts zu sagen gibt. Weil wir keine Worte brauchen, um einander zu verstehen. Ich höre Oskar, und er hört mich. Und ich glaube, das ist Liebe." ~ S. 292

Nicht nur die beginnende Liebe zwischen Tessa und Oskar (Teskar) ist entscheidend, sondern ebenfalls der Abschied zu ihrer Familie. Die Beziehungen innerhalb der Familie haben erheblich durch Tessas Diagnose gelitten und die entstandenen Konflikte möchte Tessa nur teilweise lösen, aber als sie während des Roadtrips die Schönheit des Lebens packt, erleben ihre Gefühle ein auf und ab. Plötzlich packt sie das Verlangen sich von ihrer Familie zu verabschieden. Genau diese Achterbahnfahrt habe auch ich mitgemacht. Ich musste voller Traurigkeit weinen und an anderen Stellen konnte ich die Tränen vor Lachen nicht zurück halten. Einfach wunderschön erzählt. Der Roadtrip selbst ist einfach herrlich und mich hat sofort das Fernweh gepackt. Ich konnte bereits den Fahrtwind spüren, das Meer riechen und die Sonne auf meiner Haut fühlen.

"Ich glaube ja, wenn er vor der Wahl stehen würde, mich oder sein Handy aus einem brennenden Haus zu retten, er müsste kurz darüber nachdenken - ist ja auch verständlich, ich meine,  ich mache es nicht mehr lang und sein iPhone ist praktisch neu." ~ S. 129

Besonders schön finde ich das Buch selbst. Das Cover ist simpel gehalten, aber zeigt die Leichtigkeit des Lebens und weckt den Wunsch nach Freiheit - frei sein von Verpflichtungen, einfach starten und die Welt entdecken. Im Buchdeckel gibt es noch einen Kartenausschnitt des geplanten Roadtrips und die gemeinsame Playlist. Die Playlists lässt sich mit erwähnten Titeln im Buch noch ergänzen und ich konnte mir bisher unbekannt Titel entdecken, welche das Herz höher schlagen lassen. Der Musikgeschmack von Anne Freytag ist auf jeden Fall genial.

"Das Leben wird nicht definiert von den Momenten in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben" ~ S. 27

Die volle Punktzahl kann ich trotz Lobeshymnen nicht geben, weil für mich die Überraschung fehlte. Es war alles sehr vorhersehbar, aber in diesem Fall ist der Weg das Ziel, denn Anne Freytag hat es geschafft die Schönheit und Verzweiflung des Lebens wunderbar festzuhalten. Tessa reagiert häufig leider etwas überzogen - was teilweise sicherlich auf ihre eigene Angst vor dem Tod zurückzuführen ist - aber besonders die Eifersucht gegenüber Oskar finde ich häufig einfach lächerlich. Wir reden hier allerdings über Kleinigkeiten und im Großen und Ganzen ist es ein großartiges Buch. Es beschert buchstäblich Herzschmerz.

FAZIT
Anne Freytag hat es geschafft mich emotional umzuhausen. Ich war mir sicher, dass ich mindestens für ein Jahr keine weiteren Tränen mehr produzieren könnte. Ich habe voller Traurigkeit geweint und Tränen gelacht. Ein ganz klare Leseempfehlung; von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

Kommentare:

  1. Hallöchen liebe Patty,
    nun worauf dieses Buch hinausläuft, das erkennt man ja schon am Titel, nicht wahr? Aber ich fand es auch einfach unglaublich berührend. Ich habe die Zeit mit Tessa und Oskar so sehr genossen und ich habe es geliebt sie auf ihrer Reise zu begleiten. Übrigens fand ich einige Aspekte durchaus nicht vorhersehbar, aber da ist ja auch jeder Leser anders. :D

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo Lotta,

      jetzt wo ich aus dem Urlaub zurück bin, habe ich auch Zeit auf deinen Kommentar zu antworten. Mir hat die Geschichte auch wirklich gut gefallen und mir hatte der Weg wirklich klasse gefallen. Man weiß' ja ziemlich häufig wie Bücher ausgehen, aber oftmals ist einfach die Herangehensweise das Spannende. Anne Freytag hat es auf jeden Fall geschafft mich zum Weinen zu bringen und ich habe das Buch unglaublich gerne gelesen. Aber es fehlte halt ein bisschen, um perfekt zu sein. ;)

      Liebe Grüße
      Patty

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