Montag, 29. Februar 2016

[Montagsrezension] Eva - Wie alles begann von William Paul Young

Durch meine Klausur heute morgen hatte ich nicht die Möglichkeit die aktuelle Rezension am Wochenende vorzubereiten - ehrlich gesagt war das Buch nicht mal ausgelesen. Jetzt hatte ich zwei Möglichkeiten und zwar keine Rezension zu posten und für Mittwoch lernen oder aber runterkommen vom Klausurenstress. Ich entschied mich für die letztere Variante und machte mich sofort an meine Rezension. Auf der Rückfahrt aus der Uni konnte ich immerhin Eva - Wie alles begann von William Paul Young beenden. Es handelt sich um eine alternative Erzählweise der Schöpfungsgeschichte aus einem ganz besonderen Blickwinkel.

INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: Eve
Deutscher Titel: Eva - Wie alles begann
Autor: William Paul Young
Übersetzung: Maja Ueberle-Pfaff
Genre: Spiritueller Roman
Hardcover: 368 Seiten
ISBN: 978-3-7934-2304-1
Listenpreis: 18,00 € (zu buchhandel.de)
Verlag:
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INHALT
Die einzige Überlebende eines offensichtlich tragischen Vorfalls wird in einem Schiffscontainer auf eine Insel zwischen den Welten an Land gespült. Niemand weiß' was ihr und den restlichen Mädchen aus dem Container zugestoßen ist, aber jeder erkennt, dass die Überlebende für etwas Höheres bestimmt ist. John, der Bewahrer, der das Mädchen namens Lilly gefunden hat, kümmert sich liebevoll um sie und pflegt sie gemeinsam mit Heilern gesund.  Lilly ist das Mädchen aus einer alten Vorhersage und darf als Zeugin der Schöpfungsgeschichte den Anfängen der Menschheit beiwohnen.

MEINUNG
Als ich das Buch bei HashtagLove entdeckt habe, war ich zunächst skeptisch. Das Buch klang für mich auf den ersten Blick doch sehr esoterisch und nach religiösem Gequatsche in einer netten Geschichte verpackt. Besonders in den USA bin ich einigen dogmatischen Christen begegnet und habe während meines Auslandssemester im Bible Belt einige interessante Ansichten kennengelernt. Zwar bin ich katholisch und war sogar auf einer katholischen Mädchenschule, aber dennoch stehe ich Gott und der Schöpfungsgeschichte mehr als zweifelnd gegenüber - der Wissenschaft traue ich da einfach mehr zu. Dennoch wollte ich dem Buch eine Chance geben und hoffte nicht auf eine religiöse Bekehrung hereingefallen zu sein.

"Sofort meldete sich die gewohnte Angst, entblößt und ausgeliefert zu sein, aber gleichzeitig fühlte sie sich ungewohnt sicher - ein Widerspruch, der ihr zu schaffen machte." ~ S. 39

Der Schreibstil des Autors ist unglaublich fesselnd. Ich fühlte mich direkt in die Geschichte versetzt und hatte das Gefühl gemeinsam mit Eva und Lilly die Schöpfungsgeschichte zu erleben. Ich habe mit Lilly gelitten, ihre körperlichen Schmerzen ertragen und ihre seelische Zerrissenheit gespürt. Bin mit ihr verraten worden und habe mit ihr gelernt zu vertrauen. Mich konnte das Buch von der ersten Seite an überzeugen. Kurz vorm Ende haben mir ein, zwei Kapitel den Gesamteindruck des Buches ein wenig vermiest, aber ohne Spoiler kann ich darauf leider nicht weiter eingehen. Die Auflösung auf der Insel war mir leider viel zu abrupt, aber das eigentliche Ende fand' ich hingegen sehr schön.

"Es ist nicht so, dass ich eine Tragödie erlebt habe, Anita, ich bin die Tragödie." ~ S. 248

Am besten hat mir die Herangehensweise an Lillys Charakter gefallen. Der Autor hat immer wieder neue Aspekte einfließen lassen, so dass bis zum Schluss neue Einsichten gewonnen werden können. Lilly war für mich dadurch besonders greifbar; auch wenn sie zwischendurch sehr naiv und jung dargestellt wurde und andere Momente war sie für ihre 15 Jahre viel zu erwachsen. Zwar darf man hier ihre Hintergrundgeschichte nicht außer Acht lassen, aber dennoch waren die Sprünge zwischendurch sehr extrem. Die anderen Charakteren wurden hingegen nur sehr oberflächlich angerissen und oftmals waren die Handlungen viel zu offensichtlich. John mochte ich trotzdem unglaublich gerne und irgendwie habe ich in ihm meinen alten Grundschullehrer erkannt. Mit den Gelehrten bin ich erst mit der Zeit warm geworden; zu Beginn konnte ich recht wenig mit diesen anfangen. Letty hingegen konnte mich auf ihre schrullige Art und Weise sofort für sich gewinnen und hatte auch ein paar Überraschungen parat. Auch wenn die Charaktere recht dünn beschrieben sind, hat es für mich dennoch gepasst.

"Das richtige Buch kann den gesamten Kosmos verwandeln, genau wie das richtige Lied oder die richtige Liebe." ~ S. 62

Auch wenn William Paul Young dem Leser versucht Religion näher zu bringen und sicherlich den ein oder anderen zum Glauben an Gott führen möchte, fühlte ich mich nicht gezwungen bekehrt zu werden. Es wurde kritisch auf Religion eingegangen, aber zum Schluss vor allem das Positive aufgezeigt. Dennoch kann man mit dem Ende nicht nur den Glauben an Gott finden, sondern viel mehr den Glauben und das Vertrauen an sich selbst. Und genau aus diesem Blickwinkel habe ich das Buch gelesen, eben nicht um Gott zu finden, sondern eine spannende Geschichte mit leichtem Hauch zum Fantasy.

FAZIT
Spiritueller Roman, welcher nicht zwangsläufig bekehrt. Man kann zwar den Glauben an Gott finden, aber vielmehr ist entscheidend den Glauben an sich selbst zu finden; sich selbst zu vertrauen. Von mir gibt es gerade so noch 4 von 5 Punkten, da ich mich sehr gut unterhalten fühlte und der Schreibstil mich direkt ins Buch hineinzog. Leider haben mir einige Handlungsstränge nicht zugesagt und besonders das Ende auf der Insel war mir zu abrupt.

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