Mittwoch, 20. Januar 2016

[Rezension] Der Marsianer von Andy Weir

Wie Mark Watney auf dem Mars war auch ich Anfang des Jahres an einem unwirtlichen Ort gestrandet. In meinem Koffer hatte ich einige Bücher dabei, die mich auf meiner Reise begleiteten. Das abwechslungsreichere Essen (es gab mehr als nur Kartoffeln) und die größere Musikauswahl (Disco war nicht dabei) machten meinen Aufenthalt auf Fuerteventura zu einem schönen Erlebnis von dem Mark Watney in Der Marsianer von Andy Weir sicherlich nur träumen konnte. Ich will mir gar nicht vorstellen der einzige Mensch auf einem ganzen Planeten zu sein.


INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: The Martian
Deutscher Titel: Der Marsianer
Autor: Andy Weir
Übersetzung: Jürgen Langowski
Genre: Science Fiction
Taschenbuch: 512 Seiten
ISBN: 978-3-453-31691-1
Verlag:
Bildergebnis für heyne verlag

INHALT
Die Crew von Ares 3 befindet sich für eine längere Expedition auf dem Mars. Während ihres Aufenthaltes zieht jedoch ein gewaltiger Sturm auf und zwingt die Crew zum Abbruch. Bei der Flucht vom roten Planeten wird Mark Watney von einer umherfliegenden Sendeantenne durchbohrt und wird mitgerissen. Die Crew ist geschockt; nach Ausfall der Kommunikation zwischen Watney's Raumanzug und der Crew, dem Verlust des Sichtkontaktes und dem immer stärker werdenden Sturm, sieht sich die Crew gezwungen Watney für tot zu erklären. Ohne ihn aufzubrechen.

"Eine lächerliche Abfolge von Ereignissen führte dazu, dass ich fast gestorben wäre, und eine noch wahnwitzigere Serie von Ereignissen ließ mich überleben." ~ S. 12-13

Zu aller Überraschung hat Watney überlebt und ist nun völlig alleine. Die Sendeantenne, die ihn fast getötet hätte, hindert ihn nun daran Kontakt mit der Erde und seiner Crew Kontakt aufzunehmen. Mit jedem weiteren Tag im Nichts spürt Watney die bedrückende Einsamkeit immer mehr. Doch sein Wunsch zu überleben lässt ihn weitermachen. Seine Kreativität und Einfallsreichtum helfen ihm immer wieder durch schwierige Situationen. Zwischen durch verlässt in der Glaube ans Überleben und dennoch macht er weiter. Er macht weiter um die eigentliche Aufgabe von Ares 3 zu erfüllen; er erforscht den Planeten, um der Menschheit eine Chance zu geben.


MEINUNG
Mein Freund war begeistert vom Hörbuch und hat mich im Oktober ins Kino geschleppt, um wenigstens die Verfilmung des Bestsellers zu schauen. Science Fiction ist nur bedingt mein Genre, aber wenn dann schaue ich lieber entsprechende Filme anstatt Bücher zu lesen. Der Film mit Matt Damon hat mich allerdings umdenken lassen; besonders nach dem mein Freund zwar vom Film begeistert war, aber dennoch ständig das Hörbuch gelobt hat. Im Urlaub griff ich dann endlich zum Buch und habe die Seiten regelrecht verschlungen. Obwohl ich bereits wusste was passieren würde, war ich gefesselt von Watney und seiner Art mit der Situation umzugehen. Mit Witz, Sarkasmus und einfach so viel Humor schreibt er seine Logbucheinträge. Machen ihn mit jedem verstrichenen Sol (Marstag) sympathischer. Ich habe richtig mit dem Botaniker Mark Watney mitgefiebert, mitgelitten und mich auch für ein gefreut. Besonders überraschend ist es für mich, dass ich immernoch Kartoffeln essen kann.

"Zum Abendessen gibt es eine halbe Ration. Heute habe ich nichts weiter getan, als mir einen Plan auszudenken, der mich umbringt, und das erfordert nicht viel Energie" ~ S. 50

Andy Weir ist es gelungen einen spannenden Science Fiction Roman zu schreiben, in dem mir persönlich sogar die technischen Hintergründe einen Mehrwert lieferten. Es wirkte einfach unglaublich realistisch - eher wie eine Geschichte auf wahrer Begebenheit. Einfach nur klasse. Allerdings war die Übersetzung für mich nicht an jeder Stelle gelungen; was jedoch nicht am Übersetzer lag, sondern einfach an der deutschen Sprache per se. Das nette englische Wort mit F ist einfach so vielseitig einsetzbar und im Deutschen fehlt ein solch universelles Schimpfwort einfach, welches nicht gestelzt wirkt und einfach ehrlich. Scheiße bringt es nicht immer und in jeder Situation. Somit musste für mich an manchen Stellen die zuvor aufgearbeitete Glaubwürdigkeit leiden. Was dem Roman an sich keinen Abbruch getan hat, aber ich hatte immer den Hintergedanken, dass eben bestimmte Situationen im Englischen sicherlich besser rüberkommen.  So auch Watney's Faszination für stinknormales Klebeband. Klebeband ist keine Magie, sondern 'duct tape'. Zwar ist 'duct tape' immernoch ein Produkt aus dem Baumarkt, aber einfach genialer als normales Klebeband. 'Duct tape' kann alles reparieren und sollte wirklich angebetet werden (vgl. S. 306).

"Ich will nicht arrogant erscheinen, aber ich bin der beste Botaniker auf diesem Planeten." ~ S. 205

FAZIT
Der Marsianer lebt von seinem sympathischen Protagonisten Mark Watney. Die perfekte Kombination von Abenteuer, Wissenschaft und Humor macht den Roman für mich zu einem lesenswerten Erlebnis für Jeden. Andy Weir bekommt von mir verdiente 5 von 5 Punkten, da ich nach Film und Buch immernoch Lust auf das Hörbuch habe. Einfach lohnenswert!

Kommentare:

  1. Huhu Patty,

    wenn ich schonmal beim Stöbern bin, schau ich natürlich auch gleich auf deinem Blog vorbei :D
    Eine tolle Rezi, die Lust macht, das Buch endlich aus dem SuB zu befreien. Zeit wäre es definitiv mal...

    LG
    Jacqueline (du kennst mich eher unter Pearsson bei LB ;) )

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    1. Über Besuch freue ich mich hier immer. Umso mehr, wenn es so netter Besuch ist. :)

      Ich fand' "Der Marsianer" tatsächlich super gut und hab' im Netz auch nur positive Rezension gefunden. Ist es auf jeden Fall wehrt bald befreit zu werden. Ich bin dann auf deine Meinung gespannt.

      Liebe Grüße
      Patty

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  2. Hallo Patty,

    hab das Buch auch gerade gehört und war begeistert - kann dich und deinen Freund also bestens verstehen. Würde deine Rezension gerne in meiner Rezension verlinken. Hierfür bräuchte ich allerdings eine Kurzmeinung von 140 Zeichen von dir. Falls du Interesse hast, freue ich mich, von dir zu hören. :)

    Liebe Grüße und schöne Lesestunden
    Michael

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    1. Hi Michael,

      das Buch ist auch einfach genial. :D
      Ich würde mich natürlich mega über eine Verlinkung freuen und schicke dir gleich mal eine Mail. 140 Zeichen sollten ja auch machbar sein; dank Twitter haben wir ja alle Übung. ;)

      Liebe Grüße
      Patty

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