Freitag, 4. Dezember 2015

[Rezension] Extinction von Kazuaki Takano

Das Wetter draußen ist trist und regnerisch - eigentlich die perfekte Lesezeit. Gelesen habe ich tatsächlich einige Bücher, aber mir fehlt jegliche Motivation meine Rezensionen fertigzustellen. Es ist definitiv nicht so, dass meine aktuelle Lektüre keine Rezension verdient hätte, es ist viel mehr der Fall, dass ich Rezensionen verfassen möchte, die den Büchern gerecht werden. Ich könnte eine halbherzige Rezension veröffentlichen, aber möchte ich das? Leider hat dies zur Folge, dass Extinction von Kazuaki Takano nun eine gefühlte Ewigkeit rezensionlos blieb. Heute möchte ich dies endlich ändern!

INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: Jenosaido
Deutscher  Titel: Extinction
Autor: Kazuaki Takano
Übersetzung: Rainer Schmidt (aus dem Englischen)
Genre: Science Thriller
Taschenbuch: 560 Seiten
ISBN: 978-3-570-10185-8
Listenpreis: 14,99 €
Verlag:
http://www.randomhouse.de/cbertelsmann/

INHALT
Die Machthaber der Vereinigen Staaten von Amerika werden auf eine unmittelbare Bedrohung für die Menschheit mitten im kongolesischen Regenwald aufmerksam. Ein Team von Söldnern erhält den rätselhaften Auftrag einen ganzen Pygmäenstamm aufzuspüren und auszulöschen, um den Ausbrauch eines tödlichen Virus zu verhindern und die gesamte Menschheit zu retten. Doch schon bald wird Jonthan Yeager und seiner Einheit klar, dass es um etwas ganz anderes geht: Ziel ist es einen kleinen Jungen mit übermenschlichen Fähigkeiten zu eliminieren. Yeager und sein Team entwickeln einen eigenen Plan, um den Jungen zu retten und werden schon bald selbst erbarmungslos von Geheimdienst und Militär gejagt.

"Lebensbedrohliche Situation und körperlicher Schmerz halfen Yeager dabei, die qualvolle Realität seines Lebens zu vergessen." ~ S. 71

Zeitgleich arbeitet der Pharmakologiestudent Kento Koga in Tokio daran die Forschung seines verstorbenen Vaters fortzuführen. Er hat nur wenige Wochen Zeit ein Medikament gegen eine unheilbare Krankheit zu entwickeln. In der Arbeit versunken bemerkt er nicht, dass bereits der US-Geheimdienst in versucht auszuschalten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

"Wer sich bemüht, immer nur das Richtige zu sagen, wird selten reden." ~ S. 86

MEINUNG
Das Cover sprang mich Anfang des Jahres bereits in der Buchhandlung an, denn ein Regal voll mit Extinction-Exemplaren wirkte wie ein riesiges Kunstwerk. Die einzelnen Cover sind wundervoll ineinander übergegangen und zogen die Aufmerksamkeit direkt auf sich. Ich musst eins der Bücher sofort in die Hand nehmen und auch der Klappentext hatte Potential - also ein perfekter Kandidat für meine Wunschliste


Direkt zu Beginn lernt man die Protagonisten der einzelnen Handlungsstränge kennen. Auch wenn mir von vorneherein bewusst war, dass die einzelnen Stränge zusammengehören, blieb mir das große Ganze zunächst verborgen. Mit der Zeit setzten sich das Puzzle zusammen, aber einige der Puzzleteile sind wohl unbemerkt auf den Boden gefallen und es tauchten immer wieder neue Teile auf. Durch den angenehmen, flüssigen Schreibstil suchte man jedoch gerne nach den passenden Puzzleteilen. Die Spannung wurde vor allem durch die Realitätsnähe unerträglich. Für mich war der Plot einfach unglaublich greifbar und ich kann mir vorstellen, dass in naher Zukunft ähnliche Geschehnisse Wirklichkeit werden. Obwohl die für mich grausamsten Szenen leider bereits heute Teil der Realität sind. Besonders einige Einzelschicksale haben mich emotional am stärksten getroffen - beispielsweise hat mich Onekas Leben und Tod, welche in lediglich einem Absatz beschrieben wurden, zutiefst getroffen.

 "Es waren die Augen von Kindern, die unaussprechliche Grausamkeiten gesehen hatten, gebrochene Seelen, die nicht mehr zu retten waren." ~ S. 431

Den Lesefluss unterbrochen haben für mich die vielen wissenschaftlichen Fachbegriffe, die besonders in Kentos Handlungsstrang zur Virologie vielzählig auftauchten. Im Endeffekt haben diese mein Leseerlebnis zwar bereichert, da ich wissen wollte was es damit auf sich hat und ich so über den Tellerrand blicken konnte. Für mich war es einfach interessant zu verstehen, aber dadurch habe ich einfach viel länger für diese Stellen gebraucht, da ich sie nicht einfach überlesen wollte. Diese Stellen sind jedoch sicherlich nicht für Jeden eine Bereicherung der Geschichte, wenn mehrere Seiten über die Synthese von Medikamenten gesprochen wird.

"Die Welt ist schön, dachte Yeager. Aber auf derselben Welt lebt auch das Monster namens Mensch." ~ S. 437

FAZIT 
Nachdem der Thriller mit Science-Fiction Elementen an Fahrt aufgenommen hatte, ist die Spannung für mich bis zum Ende erhalten geblieben. Durch immer neue und unerwartete Wendungen wollte man das Buch nicht so schnell aus der Hand legen. Vor meinem inneren Auge habe ich bereits die Verfilmung gesehen und die passenden Schauspieler ausgewählt (z.B.: Bradley Cooper in American Sniper als Jonathan Yeager und Masi Oka als Kento Koga). Von mir bekommt Extinction 4 von 5 Punkten und eine absolute Leseempfehlung.

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