Freitag, 2. Oktober 2015

[Rezension] Die Stadt der verschwundenen Köche von Gregor Weber


Diesen Monat wird es voraussichtlich eine Menge neuer Rezensionen geben, da mein Briefkasten die letzten Tage schwer beschäftigt war. Nachdem endlich alle Abgabetermine hinter mir liegen und bis zum Semesteranfang noch etwas Zeit ist, werde ich hoffentlich alle der Bücher im Oktober auslesen. Den Anfang macht dabei "Die Stadt der verschwunden Köche" von Gregor Weber, welches mich durch die lovelybooks-Leserunde erreichte.



INFOS ZUM BUCH
Originaltitel: Die Stadt der verschwundenen Bücher
Autor: Gregor Weber
Genre: Steampunk
Taschenbuch: 352 Seiten
ISBN: 978-3-8135-0605-1
Listenpreis: 14,99 €
Verlag:

INHALT
Carl Juniper hat zwei große Lieben - die See und das Kochen. Bei seiner Arbeit als Schiffskoch verbindet er diese beiden Leidenschaften miteinander und ist gut in dem was er macht. Doch eines Tages im Jahre 1913 sinkt das Schiff auf dem Carl angeheuert ist und er treibt Stunden alleine auf offener See. Plötzlich gerät er in einen Strudel und wacht mit im Greenwich Park in London auf. Doch dieses London ist ganz anders als das London aus seiner Erinnerung. Hier gibt es moderne Maschinen und Fahrzeuge, die mit Dampf betrieben sind; fließendes Wasser in jeder Wohnung. Aber gleichzeitig tragen die Menschen altmodische Kleidung und verwenden ganz seltsame Worte. Dieses London ist fortschrittlich und rückständig zu gleich. Das schlimmste für Carl ist jedoch, dass es keine Köche gibt. Die Leute scheinen noch nie etwas von Essen oder irgendwelchen Lebensmitteln gehört zu haben. Ein Alptraum für Carl Juniper.

"Dieser Abend hatte ihn geschüttelt und gerüttelt. War, seit er den Duft von gebratener Ente aus der dunklen Gasse hierher gefolgt war, voller Freude und Glück gewesen, auch wenn ihm der Schädel brummte." ~ S. 160

Doch bald schon gewöhnt er sich an sein Leben in dieser seltsamen Welt. Er findet Freunde im Untergrund mit denen er in illegalen Küchen kochen kann. So dass er seiner Leidenschaft auch in dieser Welt nachkommen kann. Doch plötzlich überschlagen sich die Dinge. Carl und seine Freunde schlittern von einem Problem direkt ins nächste. Als gerade alles perfekt scheint, landet er wieder in seiner Welt und zwar im Jahr 1915. Nun soll Carl Juniper ein ganz anderer sein. Petty Officer Harold Mulrooney, der einzige Überlebende eines Seegefechts während des ersten Weltkrieges. Doch diesen Mann kennt Carl Juniper nicht. Ist sein ganzes Leben nur ein Traum gewesen und er hat vergessen wer er wirklich ist?
MEINUNG
Ich muss sagen, dass ich wirklich schwer in die Geschichte gefunden habe. Die Grundidee des Romans hatte mich sofort gepackt - eine Welt in der das Kochen verboten ist und die meisten Menschen nicht einmal von der Existenz richtiger Lebensmittel wissen. Doch obwohl das Buch auf deutsch verfasst wurde, wirkte es für mich häufig wie eine schlechte Übersetzung. Das Buch spielt größtenteils in England und viele Fachbegriffe aus der britischen Navy wie Dienstgrade, etc. gehören einfach zu diesem Roman. Für mich waren jedoch viele britische Begriffe einfach unpassend und zu erzwungen. Je mehr ich gelesen habe, desto besser habe ich dann doch noch in die Geschichte gefunden. Der Mittelteil gefiel mir sogar richtig gut und es wurde total spannend. Man konnte förmlich die Leidenschaft spüren, die Carl Juniper beim Kochen empfindet und plötzlich wirkte sein Charakter nicht mehr ganz so platt und langweilig. Es bildeten sich Freundschaften zu rauen Köchen und verfeindete Banden lieferten sich einen Kampf, welcher jedoch viel zu absurd und schnell beendet wurde. Zum Ende hin wurde die Geschichte immer unrealistischer und noch absurder. Es häuften sich die glücklichen Zufälle, die es den Protagonisten erlaubten ihr Abenteuer erfolgreich zu meistern. Dadurch wirkte besonders das Ende total konstruiert und verlor alles an Spannung, die zuvor hart erkämpft wurde. Weiterhin war das Ende sehr offen gehalten, so dass Raum für einen zweiten Teil gelassen wurde. Da mir derzeitig kein weiteres Band bekannt ist, war das Ende doch eher enttäuschend. Mir gefallen offene Enden bei einem Einzelband einfach nicht.

"Der Schmerz, einen Teil seiner selbst verloren zu haben. Und zwar einen, den man zum Glücklichsein so nötig brauchte wie Wasser und Luft zum Leben." ~ S. 206

FAZIT
Definitiv eine spannende Handlung, welche besser hätte geschrieben sein können. Wer auf Steampunk und etwas düstere Settings steht, der macht bei "Die Stadt der verschwundenen Köche" nichts verkehrt. Man sollte jedoch nicht zu viel erwarten. Immerhin war die Grundidee genial; es hätte einfach nur viel mehr rausgeholt werden können. Aber im Großen und Ganzen lässt sich das Buch ganz gut lesen. Im wahrsten Sinne Geschmackssache. 



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