Samstag, 14. März 2015

[Unterwegs] Paris - Eine Stadt aus Papier

Mein Freund und ich haben die Semesterferien für einen Kurztrip nach Paris genutzt. Es war das erste Mal Paris für mich und ich muss sagen, dass es wohl leider nicht meine Lieblingsstadt wird. Besonders da wir gerne Städte zu Fuß erkunden, damit man auch versteckte Ecken findet und dort fernab der Touristenwege Spannendes entdeckt. Doch dabei stellt man schnell fest - Paris stinkt. Einfach widerlich, an jeder Ecke steigt ein beißender Uringeruch in die Nase. Dennoch hat Paris einiges zu bieten und einen gewissen Charme. Wirklich begeistert war ich davon, dass für alle EU-Bürger bis 26 die Eintritte in die meisten Museen kostenfrei sind. So konnten wir sowohl in den Louvre, den Arc de Triomphe und das Musée de l'Armée inklusive Invalidendom völlig umsonst; sogar für den Eiffelturm gab' es für alle bis 25 eine kleine Vergünstigung. Leider hatten wir nicht viel Zeit, sonst hätten wir noch viel mehr entdecken können; beispielsweise stand das Musée d'Orsay noch auf unserer Liste. Es gibt einfach viel zu sehen und irgendwann schmerzen die Füße und man freut sich einfach nur auf das Hotelzimmer. Unseres lag einfach traumhaft direkt am Pantheon, obwohl uns hinterher aufgefallen ist, dass wir dort gar nicht rein sind, weil wir es schlichtweg vergessen haben.


Der eigentliche Grund warum ich etwas über unseren Trip hier schreibe sind die vielen wunderschönen Buchläden und Antiquariate. Überall entdeckt man kleine Buchläden, die das Herz höher schlagen lassen. Direkt an der Seine gibt es diese grüne Boxen. Am Anfang waren eigentlich alle geschlossen und ich habe gerätselt wofür diese Boxen überhaupt sind; bis endlich ein paar Boxen benutzt wurden und sich deren Geheimnis offenbart hat. Es waren kleine Verkaufsstände. In den meisten wurden Gemälde oder Bücher verkauft. Bücher mit wundervollen Einbänden - neu und alt. Wenn ich französisch könnte, hätte ich unendlich viele Bücher mitgebracht.

Doch nicht nur die Boxen haben Paris für mich aufgewertet. Diese wundervollen kleinen Buchläden an jeder Ecke haben mich doch noch etwas für Paris schwärmen lassen. Leider waren nicht alle Buchläden geöffnet, beispielsweise haben wir zufällig auf dem Weg von Notre Dame zu unserem Hotel die Librairie Jules Vernes entdeckt. Das Schaufenster schrie nur "Komm' herein, entdeck' mich!", aber die geschlossene Türe hat dies vereitelt, genau wie bei vielen weiteren Buchläden. Sehr schade, aber dafür habe ich eine weitere Buchhandlung in Paris besucht, die vermutlich jeder kennt - Shakespeare & Company in der Rue de la Bûcherie. Dort war zwar das Antiquariat (links) geschlossen; der eigentliche Laden war jedoch geöffnet und natürlich habe ich mich dort umgeschaut. Die Buchhandlung ist vollgepackt bis oben hin und wundervoll verwinkelt. Obwohl es sehr voll war, konnte man die ein oder andere Ecke ganz alleine entdecken, da nicht jeder allen Winkeln gefolgt ist. Nachdem ich das erste Bild machte, wurde ich nett darauf hingewiesen, dass Fotos leider nicht erlaubt sind und ich dies doch unterlassen soll. Den Wunsch habe ich natürlich respektiert und dafür mehr Zeit darin investiert mich umzuschauen. Ein wundervoller Buchladen, der nicht ohne Grund eine Anlaufstelle für viele Touristen und auch Schriftsteller ist.

Die vielen Buchhandlungen haben meinen anfänglich eher schlechten Eindruck von Paris etwas gehoben, denn sie verleihen Paris einfach einen gewissen Charme. Auch so hat Paris einiges zu bieten. Ich liebe zum Beispiel mein Bild der älteren Herren beim Boule-Spiel vor dem Eiffelturm. Wie ist es bei euch, hat euch der Zauber von Paris gepackt oder konnte euch die Stadt genauso wenig wie mich mitreißen?

Kommentare:

  1. Freut mich, dass euch Paris doch noch gefallen hat ;) Ich war ja leider noch nicht da, aber das möchte ich in Zukunft mal nachholen. Und dann musst du mir unbedingt sagen, wie genau ich zu den schmucken Buchlädchen komme! ;D

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    1. Das mache ich sehr gerne. Aber solltest echt demnächst mal gehen, damit du nicht Unsummen für die Eintrittspreise in die Museen, etc. ausgeben musst. :)

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  2. Leider war ich noch nicht in Paris, allerdings hat eine Bekannte mal erzählt, dass sie es dort nicht so sehr mochte, weil es sehr dreckig war und gestunken hat (wie du oben schon erwähnt hast).
    Das mit den Buchläden hört sich wirklich schön an, aber ich glaube, ich würde dort auch nichts kaufen, dafür ist mein Französisch dann doch nicht gut genug.
    Das mit den kostenlosen Museen finde ich auch super, ich frage mich aber, ob das nicht eigentlich ziemliche Verluste für die 'Betreiber' sind...

    LG,

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    1. Französisch kann ich gar nicht, aber alleine um die schönen Einbände zu bewundern sollte man auf jeden Fall in den ein oder anderen Buchladen gehen. Falls dein Englisch besser ist als dein (und mein) Französisch findest du im Buchladen Shakespeare & Company jede Menge englischsprachige Bücher. :)

      Ich denke nicht, dass es wirklich Verluste gibt, da so viele Touristen in Paris unterwegs sind und das Angebot ja wirklich nur für alle bis einschließlich 25 Jahren gilt. Dementsprechend richtet sich das Angebot vor allem an Studenten, Schüler, etc. und so ermöglicht die Stadt jedem auch mit kleinem Budget sich kulturell weiterzubilden. Und die Museen sind alle so riesig, falls man Paris ein weiteres Mal besucht findet man immernoch so viel zu entdecken und irgendwann ist man dann ja auch zu alt und muss Eintritt zahlen. Durch die Masse an zahlenden Touristen holen die Museen den entgangenen Eintritt sicherlich wieder rein.

      Liebe Grüße
      Patty

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